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Update: 19.05.2017, 16:47 Uhr

Fernsehen

Fünf Stunden mit Dieter




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Von Barbara Dürnberger

  • RTL feiert seinen erfolgreichen TV-Juror Dieter Bohlen mit einer Samstagabend-Show.

Die Bohlen-Festspiele: Auch Freund und Wegbegleiter Bruce Darnell gratuliert.

Die Bohlen-Festspiele: Auch Freund und Wegbegleiter Bruce Darnell gratuliert.© RTL/Frank Hempel Die Bohlen-Festspiele: Auch Freund und Wegbegleiter Bruce Darnell gratuliert.© RTL/Frank Hempel

Es gibt Entwarnung: Die Spekulationen um einen Rückzug Dieter Bohlens von RTL sind aus dem Weg geräumt. Er wolle die zwanzig Jahre beim deutschen Privatsender "auf jeden Fall voll machen" und sagt selbstbewusst: "Ich höre nicht auf. Ich habe einen endlosen Vertrag mit RTL".

Das sorgt für Aufatmen, zumindest bei jener sehr speziellen Zielgruppe, die Dieter Bohlen mit seiner Art und seinem Talent anzusprechen scheint. Aufatmen hieß es aber wohl auch beim Sender selbst. Denn seit Jahren sorgt der mittlerweile 63-jährige dort für gute Quoten und blockiert gefühlt jeden zweiten Samstag den Hauptabend des deutschen Privatsenders. 2002 startete er seine "Zweitkarriere" und wurde Deutschlands erfolgreichster TV-Juror. Seit zehn Jahren sitzt er in der Jury der Casting-Show "Das Supertalent", vierzehn sind bereits bei "Deutschland sucht den Superstar".


Ein Rückzug Bohlens wäre auch aus einem anderen Grund etwas ungünstig. Immerhin widmet man dem Pop-Urgestein am Samstagabend eine eigene Show: "Dieter Bohlen - Die Mega-Show" (Sa., 20.15 Uhr, RTL) versteht sich als eine Art Selbstbeweihräucherung. Der Inhalt: eine Show für Dieter Bohlen, über Dieter Bohlen, mit Dieter Bohlen.

So will man den erfolgreichen Produzenten und Fernsehjuror feiern - im Mittelpunkt des Spektakels stehen seine größten Erfolge, seine größten Hits und treue Wegbegleiter. Zahlreiche Gäste wie Dieters Jury-Kollege Bruce Darnell zählen zu den Gästen. Außerdem gibt es Live-Auftritte von Andrea Berg, Bonnie Tyler, Alexander Klaws, Pietro Lombardi, Vanessa Mai, Kay One, Prince Damian, Nino de Angelo, Beatrice Egli und Juliette Schoppmann. Und Dieter Bohlen selbst? Der wird im Studio die verrücktesten und lustigsten Geheimnisse seiner Musikkarriere ausplaudern.

Ist das wirklich notwendig?
Bei allem Respekt, der Dieter Bohlen angesichts seiner Erfolge zusteht (42 Millionen verkaufte Tonträger alleine mit Modern Talking, mehr als 100 Millionen verkaufter Tonträger weltweit, über 1000 Edelmetallauszeichnungen und über 150 verschiedene Interpreten, für die er Lieder geschrieben beziehungsweise die er produziert hat), drängt sich angesichts der stundenlangen Bohlen-Feierlichkeiten unweigerlich eine Frage auf: Ist das wirklich notwendig?

Nun, nicht unbedingt notwendig - aber quotentechnisch durchaus rentabel. Dass vor allem "Deutschland sucht den Superstar" auch nach vierzehn Staffeln zwar schwächelnde, aber immerhin noch respektable Quoten vorweisen kann, ist zum großen Teil Dieter Bohlen zu verdanken. Interessant ist dabei vor allem der Verlauf der Quoten während einer Staffel. Entgegen den üblichen Trends der Talentshows, bei denen die Quoten konsequent steigen, je näher das Finale rückt, sind es bei "DSDS" ausgerechnet die den Liveshows traditionell vorausgehenden Castingrunden, die mehr Zuschauer vor die Bildschirme locken können. Ein wahrscheinlicher Grund dafür: RTL zeigt mit Vorliebe nicht nur talentierte Bewerber, sondern auch jene, denen besagtes Talent offenkundig fehlt. Tritt ein solcher Kandidat in Erscheinung, schlägt meist Bohlens große Stunde, denn dann kann er mit seinen mittlerweile legendären Sprüchen glänzen. Nur selten kommt er dabei ohne Fäkalsprache aus ("Wenn du jetzt 3000 Prozent besser singst, könntest du eventuell Scheiße erreichen"), bedient einen durchaus speziellen Humor ("Ja, dein Talent hat geglänzt. Leider durch Abwesenheit" und "Da ist die Frage: Wo hört der Gesang auf und wo fängt die Straftat an?") oder ist einfach nur verletzend ("Wenn du deine Stimme zwischen zwei Mülltonnen stellst, dann können wir ein schönes Familienfoto machen").

Während die wenigsten bisherigen Sieger der RTL-Talentschmiede einen bleibenden Eindruck geschweige denn Erfolg vorweisen können, blieb Dieter Bohlen in all den Jahren die eine Konstante, von der die Zuschauer offenbar nicht genug bekommen.

Apropos "nicht genug bekommen": Wer nach der dreistündigen Show noch mehr über Dieter Bohlen erfahren möchte, der kann dies in der anschließenden Dokumentation "Die Erfolgsgeschichte Modern Talking" (Sa. bzw. So., 0.00 Uhr) tun.




Schlagwörter

Fernsehen, Dieter Bohlen

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-05-19 16:21:06
Letzte nderung am 2017-05-19 16:47:33



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