• vom 19.06.2017, 16:24 Uhr

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  • Joko und Klaas nur mehr für die großen Shows auf Pro7.

Machen seit Jahren dasselbe: Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt (r.) müssen "Circus HalliGalli" in die Rente schicken. - © pro7

Machen seit Jahren dasselbe: Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt (r.) müssen "Circus HalliGalli" in die Rente schicken. © pro7

Wien. (bau) Sie galten dem "Spiegel" als "Hoffnung der hiesigen TV-Unterhaltung" und konnten gar die gestrenge Jury des Grimme-Preises überzeugen: Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, bekannt für ihre an der Grenze zur Anarchie rangierenden Pro7-Shows, werden künftig mehr Zeit für sich selber haben: Denn nach gut vier Jahren und 136 Folgen ist am Dienstag Schluss mir ihrer wöchentlichen Show "Circus HalliGalli". Einen richtigen Grund dafür gibt es nicht, aber es ist kein Geheimnis, dass die Reihe für Unterhaltungsfeinschmecker mit Hang zur Abseitigkeit nie die Quoten hatte, die sie aus Sicht des Senders hätte haben müssen.

So blieb auch die Premierenausgabe vom Februar 2013 mit 1,66 Millionen Zuschauern für immer der Rekord. An der mäßigen Resonanz der von Pro7 anvisierten Zielgruppe konnte auch der wohl größte Coup der beiden Spaßmacher im März dieses Jahres nichts ändern: Ihnen gelang es, bei der hochernsthaften Verleihung des Medienpreises Goldene Kamera ein Double des US-Schauspielers Ryan Gosling auf die Bühne zu schleusen, um den Preis für "La La Land" als Besten Internationalen Film entgegenzunehmen. Auf Englisch sagte er: "Ich bin Ryan Gosling. Und ich widme diesen Preis Joko und Klaas."


Eingeschlichener Star
Die Verantwortlichen der Goldenen Kamera verlangten daraufhin die Rückgabe des Preises. Der Bitte kamen die Entertainer nach, legten aber dem Päckchen noch ihren Goldenen Umberto für den Veranstalter bei, einen Preis für besonders missglückte Auftritte in den Medien. Den Umberto hatte sich schon früher einmal Fußballspieler Kevin Großkreutz für einen aus Joko-und-Klaas-Sicht komisch wirkenden Werbespot eingehandelt, außerdem gehörten das Brandenburger Spaßbad "Schwapp" und der Berliner "U-Bahn-Ficker" zu den Preisträgern.

Pro7 hat nachgerechnet: Alle 136 Folgen am Stück zu sehen, bedeutet vier Tage, 16 Stunden und 30 Minuten vor dem Fernseher zu hocken. Der häufigste Gast war Schauspieler Matthias Schweighöfer mit acht Auftritten. Senderchef Daniel Rosemann will mit dem Entertainer-Duo weiter zusammenarbeiten. "Wir freuen uns auf ‚Die beste Show der Welt‘ und ‚Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt‘", sagte Rosemann laut Mitteilung seines Senders. "Zusammen mit Joko & Klaas entwickeln wir außerdem weitere neue Shows für Pro7." Mit der letzten "Circus"-Vorstellung ende eine Show, die sich ihren Eintrag in den TV-Geschichtsbüchern längst gesichert habe.

Dabei ist "Circus HalliGalli" in Wahrheit schon der dritte Aufguss des Show-Formats der beiden. Am Beginn ihrer Karriere stand 2009 "MTVhome", das 2011 bei ZDFneo unter neuem Namen als "neoParadise" fungierte. Da wie dort lieferten sich Joko und Klaas Wortgefechte mit den Gästen in ihrem Fernseh-Wohnzimmer. Eine Talk-Show für jene jungen Erwachsenen, die nie freiwillig eine Talk-Show einschalten würden. 2013 gelang ihnen dann, worauf Jan Böhmermann noch heute wartet: der Sprung ins Erwachsenen-Fernsehen von Pro7.

"Uns war von Anfang an klar, dass wir eine Show wie ‚Circus HalliGalli‘ nicht bis in alle Ewigkeit machen werden", sagte Winterscheidt (38). "Alles, was wir mit dieser Sendung erreichen und machen wollten, werden wir bis zum Sommer verwirklichen. Wir wollen aufhören, wenn es am schönsten ist. Aber wir gehören zu Pro7 und Pro7 zu uns. Daran wird sich nichts ändern." Heufer-Umlauf (33) ergänzte: "Um in Zukunft gemeinsam auf Pro7 Fernsehen zu machen, tut es uns ganz gut, wenn wir uns unregelmäßiger sehen, aber das noch für viele Jahre." In der letzten Ausgabe will man die "emotionalsten Momente" der Sendungen zeigen - und Rapper Casper eine musikalische Weltpremiere feiern.




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