• vom 01.09.2017, 16:20 Uhr

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Update: 01.09.2017, 16:30 Uhr

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Tötet das Netz Journalismus?




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  • "Guardian"-Autor Nick Davies sieht schwarz.

Autor Davies will staatlich finanzierten Journalismus. - © picturedesk

Autor Davies will staatlich finanzierten Journalismus. © picturedesk

London. In 20 Jahren könnte es keinen Journalismus mehr geben, und er könnte vom Internet "getötet" worden sein. Diese Ansicht vertritt der langjährige britische Journalist und Autor Nick Davies im Gespräch mit der APA. Der nunmehr pensionierte frühere "Guardian"-Journalist, der vor mittlerweile fast einem Jahrzehnt das Buch "Flat Earth News" über Unwahrheit und Verzerrung in den Medien verfasst hat, sieht ein gefährliches Zusammentreffen mehrerer Umstände, das ihn zu dieser Diagnose veranlasst. Zum einen, dass "Nachrichten und Wahrheit in einer Zangenbewegung von zwei Seiten gefangen" seien. Soziale-Medien-Netzwerke fungierten als "Kanäle der Unwahrheit, und das ist eine sehr gefährliche Situation. Es ist genau das Gegenteil davon, was die Gründer des Internets zu erreichen hofften."

Statt universaler Vernetzung gebe es "Informations-Whirlpools": "Rassisten sind jetzt in einer Position, wo sie nicht nur eine Zeitung kaufen können, die ihren Ansichten entgegenkommt, sondern sie können ihre eigenen Nachrichten produzieren, die rassistisch sind und von anderen Rassisten konsumiert werden können." Dasselbe könnten auch andere Gruppen wie beispielsweise Leute tun, "die glauben, dass die Welt von den Illuminati kontrolliert wird". Er sei solchen Personen begegnet und habe sie gefragt, woher sie das wüssten. "Und sie haben gesagt, das steht doch alles im Internet."


Chaos-Maschine
Davies sprach von einer "beängstigenden" Lage, in der sachliche Statements nicht aus dem Blickwinkel betrachtet würden, ob es dafür Belege gebe, sondern aus jenem, ob sie mit einer vorgefertigten Meinung übereinstimmten. "Und wenn ja, dann glaube ich das. Das Internet erzeugt also Informationschaos."

Die offensichtliche Lösung dafür wäre, "eine Industrie zu schaffen mit den Ressourcen und den Kompetenzen und der Kommunikationsfähigkeit, all diese sachlichen Erklärungen zu nehmen und zu überprüfen und dann der Welt zu sagen, was stimmt und was falsch ist. Diese Industrie würde man Journalismus nennen. Aber das ist die andere Seite der Zangenbewegung, dass das Internet das Geschäftsmodell zerstört." Davies schlägt deshalb vor, beide Firmen zu "verstaatlichen".




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Medien, Journalismus

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Dokument erstellt am 2017-09-01 16:24:05
Letzte nderung am 2017-09-01 16:30:06



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