• vom 08.09.2017, 15:50 Uhr

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Update: 08.09.2017, 16:10 Uhr

Fernsehen

In ständiger Alarmbereitschaft




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Von Barbara Dürnberger

  • Aus aktuellem Anlass: ORFIII zeigt einen fünfteiligen "zeit.geschichte"-Abend zum "Brennpunkt Nordkorea".

Zu Besuch bei Big Brother: ORF-Asienkorrespondent Raimund Löw im Siegesmuseum Pjöngjang. - © orf

Zu Besuch bei Big Brother: ORF-Asienkorrespondent Raimund Löw im Siegesmuseum Pjöngjang. © orf

Er nannte sie "ein Geschenk", das er den "amerikanischen Bastarden" pünktlich zu deren Unabhängigkeitstag am 4. Juli überreichte. Tatsächlich handelte es sich bei besagtem Geschenk jedoch um den Test einer Wasserstoffbombe durch Pjöngjang. Und der großzügige Geschenkgeber ist niemand Geringerer als Nordkoreas Diktator Kim Jong-un, der mit Präsenten wie diesem derzeit einen der gefährlichsten Konflikte unserer Zeit heraufbeschwört. Denn erstmals besteht die Gefahr, dass eine mit Atomsprengköpfen ausgestattete Rakete von Nordkorea aus die USA erreichen könnte.

Die Nukleartests Nordkoreas halten momentan die ganze Welt in Atem, vor allem Südkorea und die USA stehen in ständiger Alarmbereitschaft. ORFIII ändert deshalb aus aktuellem Anlass sein Programm und widmet dem Brennpunkt Nordkorea am heutigen Samstag einen fünfteiligen Themenabend in der "zeit.geschichte"-Sendereihe.


Gefahr für den Weltfrieden
Durch den Abend führt ORF-Asienkorrespondent Raimund Löw, der sein Insiderwissen und Hintergrundfakten sowie zeitgeschichtliche Details mit der aktuellen Lage kombiniert und die einzelnen Dokumentationen kommentiert und analysiert: "Es gibt keine Region in der Welt, von der eine so große Gefahr für den Weltfrieden ausgeht wie derzeit von Korea. Der nordkoreanische Führer hat die Strategie, immer auf sehr riskante militärische Rüstungsaktionen zu setzen, und gleichzeitig ist auf der anderen Seite in Washington ein Präsident, der glaubt, dass Unberechenbarkeit zu seiner größten Stärke zählt. Kommt nun die Aufrüstung militärischer Mittel hinzu, die von nordkoreanischer Seite laufend modernisiert werden, dann kann es passieren, dass alle Großmächte der Welt wie China, Russland und Japan mit hineingezogen werden", so Löw, der von Anfang 2015 bis 1. Juli 2017 das Korrespondentenbüro des ORF in Peking leitete.

Den Auftakt des Themenabends macht die in diesem Jahr neu produzierte "zeit.geschichte"-Dokumentation "Nordkorea - Der totale Staat: Besuch bei Big Brother" (Sa., 20.15 Uhr, alle ORFIII). In dieser bereiste Raimund Löw das isolierteste Land der Welt und hat versucht herauszufinden, wie seine Bewohner in ständiger Angst vor einem Krieg ihr Leben meistern. Zudem gelang es dem ORF-Team, außerhalb der Stadtgrenzen von Pjöngjang - stets unter strenger Beobachtung - Orte zu besuchen, in die sonst keine Ausländer reisen. Zu Wort kommen in der Doku außerdem der Nordkorea-Experte Andrei Lankov sowie der ehemalige amerikanische Nordkorea-Verhandler Paul T. Haenle.

Fortgesetzt wird der Abend sodann mit der Geschichte des Vaters und Vorgängers Kim Jong-uns: "Despoten - Nordkoreas Kim Jong-il" (Sa., 21 Uhr). Der Legende nach soll eine Schwalbe einst seine Geburt angekündigt haben. Ein doppelter Regenbogen wurde ebenfalls gesichtet - und schließlich sei ein neuer Stern am Horizont aufgestiegen. . . Schon um die Geburt des späteren Herrschers rankten sich Mythen. Von der Realität waren sie jedoch weit entfernt. Die spätere Persönlichkeit des Diktators erinnert kaum an Schwalben und Regenbögen. Sie war geprägt von Machtgier, dem Drang nach Ruhm und einer gehörigen Portion sadistischer Grausamkeit. Eigenschaften, die er offenbar seinem Sohn weitergegeben hat.

Abschließend zeigt ORFIII an diesem Themenabend noch die dreiteilige Dokumentationsreihe "Korea - der vergessene Krieg" (Sa., ab 21.45 Uhr). Sie erinnert an den Koreakrieg Anfang der 1950er Jahre, als am 25. Juni 1950 die nordkoreanische Volksarmee den 38. Breitengrad überschreitet und innerhalb weniger Tage die südkoreanische Hauptstadt Seoul einnimmt. Auf der koreanischen Halbinsel bricht ein Krieg aus, der das Land bis heute in zwei Teile zerreißen sollte. Die Bilanz des knapp dreieinhalb Jahre andauerndes Krieges: 940.000 gefallene Soldaten, drei Millionen tote Zivilisten und eine traumatisierte Bevölkerung, die sich noch dazu mit einer komplett zerstörten Industrie konfrontiert sieht.

Offiziell fand der Koreakrieg zwar am 27. Juli 1953 mit der Unterzeichnung eines Waffenstillstandabkommens ein Ende. Ein Friedensvertrag zwischen Nord- und Südkorea ist aber bis heute ausständig.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-09-08 15:54:06
Letzte nderung am 2017-09-08 16:10:13



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