• vom 05.10.2017, 16:36 Uhr

Medien

Update: 09.10.2017, 15:04 Uhr

Medien

Kann ich Deine Nummer haben?




  • Artikel
  • Lesenswert (3)
  • Drucken
  • Leserbrief





Datenschutz ist bedroht
E-Mail-Adressen kann man sich in wenigen Sekunden zulegen - etwa, um sich für ein Online-Spiel anzumelden oder einen Account freizuschalten. Dagegen hat man eine Telefonnummer auch dank der Rufnummermitnahme oft ein Leben lang. Weltweit sind rund fünf Milliarden Handynummern vergeben. Allein in Deutschland gibt es bei 82 Millionen Einwohnern in diesem Jahr 132 Millionen Mobilfunkanschlüsse. Mobilfunknummern können Millionen wert sein. Im Wüstenstaat Katar, wo Handynummern wie Autokennzeichen Statussymbole sind, legte ein Scheich für die Nummer 666 6666 rund 2,1 Millionen Euro auf den Tisch. Gemessen daran sitzt WhatsApp beziehungsweise Facebook auf einem wahren Datenschatz. Der Messengerdienst, der mittlerweile 1,3 Milliarden aktive Nutzer auf der Welt zählt, hat Zugriff auf Milliarden Telefonnummern - auch auf die, die gar nicht angemeldet sind, aber im Adressbuch registrierter Nutzer gespeichert sind. Facebook ist damit die zentrale Auskunft im Netz und weiß womöglich mehr als jede Statistikbehörde. Doch das ist gleichsam das Problem.

Mobilfunknummern sind bei diversen Stellen hinterlegt: bei Behörden, Versicherungen, Online-Händlern oder Apps. Diverse Smart-Home-Geräte wie das smarte Gartensystem samt funkgesteuerter Ventile und Rasenmäher oder die Stereoanlage sind mit dem Handy verbunden. Durch den Registrierungsstandard hat man die Kontrolle über seine Nummer verloren. Früher überlegte man sich zweimal, ob man der Bekanntschaft auf der Party seine Handynummer gibt. Heute meldet man sich bereitwillig für diverse Dienste an.

Eine Mobilfunknummer ist viel privater als eine E-Mail-Adresse, weil man ortbar und erreichbar wird. Der Journalist Markus Reuter kritisierte auf netzpolitik.org: "Die zunehmend verpflichtende Preisgabe der Telefonnummer bedroht sowohl den Datenschutz als auch das Grundrecht auf Meinungsfreiheit im Netz: Anonyme und pseudonyme Nutzung des Internets werden verdrängt. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten, sich mit Wegwerf-Adressen vor Spam und Werbung zu schützen." Zwar gebe es Tricks, wie man etwa für den Messengerdienst Signal einen Account auch ohne Preisgabe seiner Telefonnummer anlegen kann. Doch ein impliziter Zwang bleibe. Die Telefonnummer wird somit zur Sozialversicherungsnummer. Und man muss sie wohl auch ein Leben lang hüten, weil sie die Teilnahme am (digitalen) Leben bedingt.

zurück zu Seite 1




Schlagwörter

Medien, Digital, WhatsApp

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-10-05 16:42:08
Letzte ─nderung am 2017-10-09 15:04:07



Asterix

"Die Orgie wird kalt!"

Es ist kein Stau, es ist ein Rennen: Asterix und Obelix lassen die Konkurrenz Via-Appia-Staub fressen. - © Asterix® Obelix® Idefix ®/2017 Les Éditions Albert René "Caesar fühlt sich auf einmal sehr müde . . .", sagt Caesar. Man kann es dem Manne nicht verargen. Schließlich ist es schon wieder passiert... weiter




Graphic Novel

Anne Frank und die Generation iPhone

Eine Figur, so stark, dass man Angst hat: Fast hätten sich die Zeichner nicht zugetraut, Anne Frank gerecht zu werden. - © S. Fischer Verlag "Natürlich nicht!" David Polonskys Ablehnung war deutlich und instinktiv, als Ari Folman ihm vor vier Jahren von der Anfrage des Anne-Frank-Fonds aus... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Moonwalk in die Ewigkeit
  2. Ozeanische Gefühle
  3. Heeresgeschichtliches Museum bietet virtuelle Tour
  4. Kurz und schmerzvoll
  5. Das Auge und Ohr Burundis
Meistkommentiert
  1. Karajan und kein Ende
  2. Die Zukunft gehört den Singles
  3. Sophie Rois ärgert sich über "Peniszulage"
  4. Die Kamera als Schutz
  5. "Ohne Polen kollabiert London"


Quiz


CHAMPIGNON, 1850, Sepia, Kohle, Fettstift, Gouache auf Papier, 47,4 x 60,8 cm, Maisons de Victor Hugo, Paris/Guernesey,

Edvard Munch beschäftigte sich in zahlreichen Werken mit dem Thema Melancholie, die er bevorzugt als einsame Person am Strand darstellte. Ein riesiges Medieninteresse begleitete den kurzen Auftritt des österreichischen Hollywood-Exports Christoph Waltz bei seinem Besuch der Viennale.

Viennale-Interimschef Franz Schwartz (links) mit dem Stargast der Eröffnung: Schauspieler John Carroll Lynch zeigte sein Regiedebüt "Lucky" als Eröffnungsfilm der Viennale. Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Werbung



Werbung


Werbung