Graz. Das Grazer Künstlerhaus sucht einen Betreiber: Der steirische Landesregierung hat am Donnerstag auf Antrag von Kulturlandesrat Christian Buchmann (V) die Ausschreibung des Grazer Künstlerhauses nach dem Bundesvergabegesetz beschlossen. Laut Buchmann soll dem Haus "wieder eine angemessene Bedeutung zukommen", vor allem junge Kunst solle einen Rahmen finden. Das 1952 errichtete und zuletzt dem Universalmuseum Joanneum zugeordnete Haus am Burgring 2 wird seit 2010 um 1,8 Mio. Euro renoviert. Die bauliche Fertigstellung ist für Herbst geplant, der Betrieb soll Anfang 2013 wieder aufgenommen werden.
Für die Ausschreibung wurde basierend auf den Ergebnissen von Workshops und eingereichten Konzepten sowie der Stellungnahme des Landeskulturbeirates ein kulturpolitischer Auftrag verfasst. "In diesem ist auch klar definiert, dass die im Haus ansässigen Künstlervereine zu integrieren sind", erklärte Buchmann in einer Aussendung. Als Vorgaben für das Programm werden insbesondere die Durchführung temporärer Ausstellungen zur Gegenwartskunst, die Präsentation von junger Kunst, Angebote für Diskurs und Reflexion, Möglichkeiten für Experimentelles und Work in Progress genannt. Dabei sollen lokale, regionale, nationale und internationale künstlerische Aspekte berücksichtigt werden.
Ziel der Ausschreibung ist es, den künstlerischen, organisatorisch-wirtschaftlichen und technischen Betrieb des Künstlerhauses Graz für die Dauer von drei Jahren mit der Option auf Verlängerung für zwei weitere Jahre zu vergeben, heißt es weiter. Eine Vergabe sei für den Frühsommer geplant, der Förderbeirat werde anhand der festgelegten Zuschlagskriterien wie fachliche Qualität, Preis sowie Aufbau und Struktur des Konzeptes einen Vergabevorschlag unterbreiten.
Im Zuge der Renovierung und der Neuausrichtung wurden von den Kunstvereinen, die das Haus bisher bespielten, aber auch von anderen Kunstschaffenden und Institutionen mehrere Konzepte vorgelegt. U.a. hat die IG Kultur ein Manifest veröffentlicht, in dem "ein offenes, selbstverwaltetes Haus von und für Künstlern" mit der Sezession in Wien als Beispiel gefordert wurde. Weil man sich zwar einig war, dass alle Akteure Zugriff haben sollten, die Zuständigkeits- und Betreiberform aber auf keinen grünen Zweig kam, entschied sich Buchmann letztlich für die Ausschreibung. Klar ist, dass das Joanneum als Betreiber nicht mehr infrage kommt und das neue Künstlerhaus sich mit dem Akzent auf dem Laboratoriumscharakter von den Häusern des Joanneum (Kunsthaus und Neue Galerie) deutlich abgrenzen soll.
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