Helsinki. Der finnische Groß-Verleger Aatos Erkko ist in Helsinki im Alter von 79 Jahren verstorben. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende des Verlagshauses Sanoma baute das finnische Unternehmen zum zweitgrößten Medienkonzern in Nordeuropa, mit Geschäftsaktivitäten in über 20 Ländern, aus. Durch seinen Tod ist nun unklar, was mit seinen Anteilen geschieht: Sein Anteil am Unternehmen belief sich zuletzt auf 23 Prozent, was rund 300 Millionen Euro entspricht. Erkko, einer der reichsten Männer in Finnland, hinterlässt keine Kinder - wer erbt, ist derzeit noch nicht bekannt.
Aushängeschild des Sanoma-Konzerns ist die Tageszeitung "Helsingin Sanomat" und mit einer Auflage von 366.000 Exemplaren die größte Abonnementzeitung in Nordeuropa. Mit 21 Jahren stieg der Verlegersohn, dessen Großvater den Vorläufer von "Helsingin Sanomat" mitgegründet hatte, ins Zeitungsgeschäft ein. 1953 wurde Erkko, der auch damit geliebäugelt hatte, zur See zu fahren, Chefredakteur der Wochenzeitung "Viikonsanomat". 1961 übernahm er für neun Jahre den Chefredakteursposten von "Helsingin Sanomat". In dieser Zeit gründete er die hauseigene Journalistenschule zur Weiterentwicklung der eigenen Zeitungen und des Journalismus in Finnland. Ab 1972 hielt Erkko als Aufsichtsratsvorsitzender die Zügel des Konzerns fest in der Hand, bis er das Amt 2003 niederlegte.
Kritik an Dominanz
Die dominierende Rolle des Sanoma-Konzerns auf dem Medienmarkt wurde wiederholt kritisiert. So trug "Helsingin Sanomat" mit ihrem Eintreten für eine finnische EU-Mitgliedschaft 1994 entscheidend zum Beitritt bei. Die Kampagne wurde jedoch auch im Hause kritisiert, da sie mit ihrem parteiischen Agieren das Vertrauen in die Redaktion mindere. Darüber hinaus ist der Konzern in Rundfunk und TV aktiv.
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