• vom 12.05.2012, 08:54 Uhr

Kultur

Update: 06.05.2013, 15:24 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Eurovision Young Musicians an Norweger Eivind Holtsmark Ringstad

Festwochen-Eröffnung mit Klassik-Castingshow



  • 40.000 Besucher am Wiener Rathausplatz.

Die Wiener Festwochen 2012 sind eröffnet. - APAweb / APA, Herbert Neubauer

Die Wiener Festwochen 2012 sind eröffnet. APAweb / APA, Herbert Neubauer

Wien. Die Wiener Festwochen sind seit Freitagabend offiziell eröffnet: Zum vierten Mal in Folge seit 2006, 2008 und 2010 diente der Auftakt des Kulturfestivals als Austragungsort des Wettbewerbs Eurovision Young Musicians. Bei dem Klassik-Casting setzte sich der 17-jährige, norwegische Bratschist Eivind Holtsmark Ringstad gegen sechs Konkurrenten durch. Diesen Triumph erlebten ungeachtet sommerlich-milder Witterung allerdings deutlich weniger Livezuschauer auf dem Rathausplatz als in den Vorjahren. Auf 40.000 Besucher schätzen die Festwochen die Menge - nach 53.000 im Jahr 2011.

Dabei hatten die Organisatoren als Moderator der Veranstaltung ein prominentes Gesicht des Klassikbetriebs gewonnen: Percussionist Martin Grubinger führte allerdings sichtlich aufgeregt durch das Finale des von der European Broadcasting Union (EBU) veranstalteten Wettbewerbs für junge Musiker. Erst beim Zwischenspiel mit seinem Percussive-Planet-Ensemble und den Sticks in der Hand fühlte sich Grubinger wohl auf der großen Festbühne.

Schüchterner Sieger
Ebenfalls eher schüchtern abseits des Spiels zeigte sich der spätere Gewinner des Musikerwettbewerbs, Eivind Holtsmark Ringstad. Seine expressive Interpretation von Bela Bartoks "Konzert für Viola und Orchester" überzeugte dann jedoch die Fachjury. Deren Vorsitz hatte als Dieter Bohlen der Klassik der designierte Festwochen-Chef Markus Hinterhäuser inne. Auf Platz 2 wurde von den Experten der Wiener Lokalmatador Emmanuel Tjeknavorian mit Jean Sibelius' "Konzert für Violine und Orchester" gewählt. Der Publikumsliebling, der kleine, erst 15-jährige armenische Musiker Narek Kazazyan mit seinem Kanun, einem Zitherinstrument, kam ebenfalls noch aufs Treppchen.

Begleitet wurden alle Finalisten vom RSO unter dem gewohnt energetisch auftretenden Chefdirigenten Cornelius Meister, der zur Einleitung mit der Blechbläserformation Mnozil Brass ein musikalisches Medley aus Rossinis "Wilhelm Tell Ouvertüre" und der Heidi-Musik bot. Weitgehend unerwähnt beim bunten Abend blieb hingegen das künstlerische Feuerwerk der Festwochen, die nun bis 17. Juni die Stadt mit kulturellen Highlights aus aller Welt bespielen.

Kunst und Griechenland
Dafür rückte Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) zu Beginn der Veranstaltung die politische Dimension von Kunst in den Fokus, die für ihn der Beweis sei, dass Europa, vor allem ein Ort der Kultur ist. "Kunst hat es auch schon vor der Erfindung der Rating-Agenturen gegeben", so der SPÖ-Politiker. Und dabei gelte es auch stets, eines zu bedenken: "Vergessen wir nicht, dass ein großer Teil der europäischen Kultur eigentliche griechische Kultur ist."



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-12 08:55:38
Letzte Änderung am 2013-05-06 15:24:07


Beliebte Inhalte



Ein Plakat zeigt Mohammed Assaf, der Star der Talentshow "Arab Idol" in West Bank bei Ramallah. - Reuters / Mohamad Torokman
  • Sänger Assaf feiert Erfolge in gesamtarabischer Castingshow
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter

Schorsch Kamerun untersucht in Wien den öffentlichen Raum als Heimstätte von  Demos und Flashmobs. - © Wiener Zeitung / Christa Hager
  • Der deutsche Musiker und Regisseur über Kunst, Politik und Sponsoring, Klischees in der Rockmusik, Facebook und seine Theaterarbeit.
  • weiter

Wafaa El Saddik: "Die Ägypter werden immer verlangen, dass Nofretete zurückkommt." - Foto: Robert Newald
  • Interview mit Wafaa El Saddik, der ehemaligen Direktorin des Ägyptischen Museums.
  • weiter

Schmissige Eröffnungstschinellen, wippende Publikumsköpfe, opulente Bilderflut: Der französische Opernhit schlechthin kehrte ins Haus am Ring zurück...weiter

Chaim Miller bereut die Morde der Gruppe nicht, jedoch, "dass wir nicht mehr gemacht haben". - 3sat
  • TV-Dokumentation zeichnet das Leben des 92-jährigen Chaim Miller nach.
  • weiter

Nachdem sich mehrere Zuschauer, von den drastischen Bühnenvorgängen geschockt, sogar in ärztliche Behandlung begeben hatten, ersuchte Meyer den Regisseur, seine Inszenierung zu modifizieren. Kosminski lehnte ab. - Foto: APAweb/Deutsche Oper am Rhein
  • Bühnenvereins-Präsident Zehelein kritisiert scharf die Düsseldorfer Oper.
  • weiter

Unvorstellbare Grausamkeit sollen Gottfried Helnweins Arbeiten oft erklären. - Julia Stix
  • Der Künstler über Mangel an Charisma, Kunst als Trophäe und ordinäres Wienerisch.
  • weiter

Am 22. Mai jährt sich der Geburtstag von Richard Wagner zum 200. Mal. Hier die Büste von Arno Breker in der Nähe des Festspielhauses in Bayreuth. - Foto: epa/Daniel Karmann
  • Auseinandersetzung mit Themen wie Individualismus, Außenseitertum und Aufarbeitung von Geschichte.
  • weiter

Das Duo Daft Punk findet sein Glück in der Disco-Ära: "Lose yourself to dance!" - David Black
  • Auf "Random Access Memories" regiert der Disco-Sound von seinerzeit.
  • weiter




Werbung



Französischer Text wurde aus Sprechblase entfernt

Flämischer Politiker wütet gegen Comic

Schuiten - Zeichnung: François Schuiten, Collage: WZ Online Der Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen in Belgien wird von Politikern jetzt auch auf Comics übertragen. Auf Veranlassung eines flämischen... weiter




Von Disney bis Underground

"Gratis-Comic-Tag" am 11. Mai

20130510Die Simpsons - Der Film - APAweb/dpa Berlin. Beim Gratis-Comic-Tag werden am Samstag (11. Mai) in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 300.000 kostenlose Hefte verteilt... weiter




Buch des Monats

Ihr wunderbarer Friseursalon

friseursalon - © Wiener Zeitung / Christa Hager Dass Weißheit nicht im Kopf, sondern auf dem Kopf beginnt, diese Erfahrung ist das Erfolgsgeheimnis des Friseursalons von Frau Khumalo... weiter




Februar 2013

Der Friedhof vor Europas Toren

CAP ANAMUR - APA / EPA/FRANCO LANNINO Wenn Bücher über menschenrechtliche Missstände nach zehn Jahren nach wie vor aktuell sind, dann wirft das kein gutes Licht auf die Wirklichkeit... weiter



Ein tiefsinniger Schelm

Urs Widmer. - Foto: Wikimedia "Ich heiße Vigolette alt. Ich bin ein Zwerg. Ich bin acht Zentimeter groß und aus Gummi." So leitete Urs Widmer 2006 seinen Roman "Mein Leben als... weiter




Anschreiben gegen den Tod

Josef Winkler: Auch seine Darstellung fremder Kulturen erweist sich letztlich als Zerrbild des dörflich-katholischen Kosmos. - Foto: Marko Lipus Sechzig Jahre ist Josef Winkler heuer im März geworden. Damit beginnt er zwar langsam ins Pensionistenalter einzurücken... weiter




Mussten in unterirdischen Bunker arbeiten

Dan Brown ließ Übersetzer bewachen

20130503danbrown - APAweb / EPA, Daniel Dal Zennaro Rom. Vor einem Monat beendeten die Übersetzer von Dan Browns neuem Thriller "Inferno", der am 14. Mai weltweit erscheint, ihren Job... weiter





Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung