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Kultur

Update: 17.08.2012, 14:18 Uhr
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Die Musik-CD ist 30 Jahre alt

Mit Abba fing es an


Von Sebastian Bronst, AFP

Mit Abba fing die CD-Produktion an. Das letzte Album der Schweden war die erste Compact Disc. - APAweb / EPA, dpa

Mit Abba fing die CD-Produktion an. Das letzte Album der Schweden war die erste Compact Disc. APAweb / EPA, dpa

Hamburg. Den Anfang machte Abba. Das Album "The Visitors" war die letzte Platte der weltberühmten schwedischen Popstars und zugleich die erste Musik-CD der Geschichte, die in die industrielle Massenproduktion ging. Am 17. August 1982 lief die Fertigung im Presswerk des deutschen Musikkonzerns Polygram in Langenhagen bei Hannover an - und läutete damit vor 30 Jahren eine Revolution ein, die Langspielplatten und Audiokassetten schon bald zu einem Nischendasein verdammen sollte. Bis heute wird der Musikmarkt von der handlichen CD mit der mittlerweile lupenreinen Digitalklang-Qualität beherrscht.

Begonnen hatte die Geschichte bereits einige Jahre zuvor. Die beiden großen Elektronikkonzerne Philips und Sony arbeiteten seit den 70er Jahren an neuen digitalen Speichermedien. Schon 1979 stellte Philips einen CD-Prototypen vor und tat sich bald darauf mit seinem Konkurrenten Sony zusammen, um gemeinsam einen globalen Standard für die vielversprechende neue Technik zu vereinbaren.

1981 bei der IFA präsentiert
Nachdem sich die zwei Konzerne auf einheitliche Maße für die sogenannte Compact Disk (CD) und andere Details verständigt hatten, konnte die Einführung samt Entwicklung passender Abspielgeräte angegangen werden. 1981 präsentierte das niederländisch-japanische Konzernduo sein CD-System auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin und begann, die Werbetrommel zu rühren, wobei es prominente Unterstützer bekam. Der berühmte Dirigent Herbert von Karajan etwa lobte die bis dahin unerreichte Ton-Wiedergabequalität als "Meilenstein".

Mit seinem Urteil stand er nicht allein da. Angesichts der Vorteile der CD sei die Technik begeistert aufgenommen worden, erinnert sich Roland Stehle, Sprecher der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU), einem Zusammenschluss deutscher Hersteller, der die Markteinführung damals beruflich miterlebte. "Das lag vor allem an zwei Dingen: Zum einen an der absolut kristallklaren Qualität der Aufnahmen, es gab keine Störungen. Und zum anderen an dem im Vergleich etwa zu Kassetten stark verbesserten Handling."

Vorteile der neuen Technik
Hatten sich Besitzer von Audio-Kassetten und Platten noch mit Bandsalat und verkratzten Rillen herumschlagen müssen, gehörte dies in Zeiten der CD der Vergangenheit an. Ein weiterer Vorteil war der vereinfachte Zugriff auf die Musik: Mussten Kassetten noch mühsam vor- und zurückgespielt werden, konnten Hörer dank der Laserstrahl-Abtastung der CD nun ganz gezielt Stücke ansteuern.

Gleichwohl dauerte es eine Weile, bis der technische Quantensprung voll auf den Markt durchschlug. Die Massenfertigung der neuen Tonträger begann zwar am 17. August 1982 bei der deutschen Philips-Tochter Polygram, in den Verkauf aber kamen sie nach Angaben des Unternehmens erst im November in Japan. In Europa und den USA dauerte es etwas länger. Verbraucher mussten zunächst auch in einen CD-Spieler investieren. Ein solcher "futuristisch anmutender Apparat", wie ihn das Magazin "Spiegel" 1983 beschrieb, kostete damals die stolze Summe von 2000 Mark.

Wenig Material
Ein weiteres Problem der Anfangszeit war, dass erst nach und nach überhaupt digital aufgenommene Musik-Alben erschienen, mit denen die Qualitätsvorteile der CD ausgespielt werden konnten. Bis Mitte der 80er Jahre aber hatte sich neue Format etabliert, der Absatz explodierte. In Deutschland erhöhte sich der CD-Verkauf nach den Statistiken der Tonträgerbranche von 6,6 Millionen im Jahr 1985 auf 152,8 Millionen 1993. Der Plattenverkauf brach im selben Zeitraum von 74 Millionen auf 1,6 Millionen ein.

In ähnlichen Dimensionen wie damals wie bewegen sich die CD-Verkaufszahlen auch heute noch. Denn trotz wachsender Konkurrenz durch digitale MP3-Player und Musikdownloads aus dem Internet ist die Silberscheibe noch immer die wichtigste Säule des deutschen Musikmarkts: Fast Dreiviertel ihres Umsatzes (73,8 Prozent) generierte die Branche nach Angaben des deutschen Bundesverbands Musikindustrie 2011 mit CDs.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-08-17 14:02:05
Letzte Änderung am 2012-08-17 14:18:34


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