• vom 21.12.2012, 02:00 Uhr

Kultur

Update: 27.12.2012, 21:35 Uhr

Weltuntergang

Die stille Revolution




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Von Veronika Eschbacher

  • Esoteriker erwarten eine Zeitenwende
  • Das "alte" Bewusstsein soll verschwinden.

Ein Detail einer Nachbildung des Sixth Monuments, das im Maya-Kalender das Ende eines Zyklus beschreibt, im Maya-Museum in Cancun, Mexiko.

Ein Detail einer Nachbildung des Sixth Monuments, das im Maya-Kalender das Ende eines Zyklus beschreibt, im Maya-Museum in Cancun, Mexiko.© ap/lear Ein Detail einer Nachbildung des Sixth Monuments, das im Maya-Kalender das Ende eines Zyklus beschreibt, im Maya-Museum in Cancun, Mexiko.© ap/lear

Wien. Heute ist Freitag. Aber kein gewöhnlicher. Es ist Freitag, der 21. Dezember 2012. Seit der medialen Entdeckung, dass der Maya-Kalender an diesem Tag endet, ranken sich wildeste Gerüchte um dieses Datum. Weltweit sind Zeitungen, Blogs und Plakate gefüllt mit Spekulationen über den drohenden Weltuntergang. Aber auch zuvor wurden bereits ganze Buchläden gefüllt mit Literatur zu einer "Zeitenwende", die mit diesem Datum in Zusammenhang gebracht wird. Hinter dem Großteil dieser Publikationen steht eine weithin unbekannte Schrift und Philosophie: das Kybalion, eine Zusammenfassung der Grundgesetze des Universums.


Das Kybalion beschreibt alle Grundlagen, wie es dort heißt, die der ernsthaft Suchende benötigt, um in der Entwicklung seiner eigenen Persönlichkeit weiter voranschreiten zu können. Die Grundideen gehen auf die sagenhafte Gestalt des Hermes Trismegistos zurück, einer im ägyptischen Hellenismus entstandenen synkretistischen Verschmelzung des griechischen Gottes Hermes und des ägyptischen Gottes Thot. Trismegistos gilt als Verfasser der sogenannten hermetischen Schriften und als Urvater der Alchemie.

Veröffentlicht wurde das Kybalion mit seinen sieben "kosmischen Prinzipien" im Jahr 1908 in Chicago, jedoch anonym. Die Verfasser nennen sich "drei Eingeweihte" und berufen sich auf die Quintessenzen der Lehren von Trismegistos, wobei aber auch vermutet wird, dass Ideen der sogenannten Neugeistbewegung darin Eingang fanden.

Die hermetische Philosophie und das Kybalion offerieren eine ungewohnte – und auch komplex anmutende – Sicht auf das Universum und die Schöpfungsgeschichte. Demnach teilt sich das Universum Gottes aufgrund seiner enormen Schöpfungsfreude immer wieder in einzelne Ebenen und Welten auf.

Bruchteil der Schöpfung

Im "Herzen" von allem liegt das Herz Gottes mit all seiner gebündelten Bewusstseinsenergie. Dort befinden sich die Engel und die spirituellen Meister. Außerhalb davon befindet sich das "Spielfeld". Dieses besteht aus Dimensionen – das sind Bewusstseinsebenen der Individuen – und den dazugehörigen Unterebenen. Die Unterebenen sind die Existenzebenen für die Körper der Individuen, sowohl physischer als auch feinstofflicher Art. Die feinstofflichen Ebenen, die viel zahlreicher sind als die eine physische Ebene, jedoch seien für die Menschen nicht sichtbar. Folglich sieht der Mensch nur einen Bruchteil der Schöpfung.
Hinzu kommt, dass es mehrere Dimensionen gibt. Je weiter weg man sich vom Zentrum – dem Herzen Gottes – befindet, desto mehr nimmt das Bewusstsein ab. Die Erde befinde sich aktuell in der dritten Dimension, dem sogenannten Ego-Bewusstsein. Für alle Individuen der Erde sei es das explizite Ziel, ihr Bewusstsein und ihre Schwingung in die höchste, göttliche Dimension anzuheben, damit sie eines Tages wieder mit Gott verschmelzen können, aus dem sie geschaffen wurden.

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Dokument erstellt am 2012-12-20 17:14:04
Letzte Änderung am 2012-12-27 21:35:50



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