• vom 22.10.2013, 10:51 Uhr

Kultur

Update: 22.10.2013, 10:54 Uhr

Conny Froboess

"Es ist schön, Falten zu sehen"




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  • Cornelia Froboess wird 70
  • Eine der bekanntesten Bühnen- und Fernsehschauspielerinnen in Deutschland.

München. Es ist jetzt rund 60 Jahre her, dass Cornelia Froboess zum Star wurde, zum Kinderstar. Mit dem Lied "Pack die Badehose ein" lieferte sie Anfang der 1950er Jahre die Wannsee-Hymne schlechthin, komponiert von ihrem Vater. Oft trat die "Berliner Göre" im Petticoat mit Peter Kraus auf, der sich damals als deutscher Elvis Presley feiern ließ. Die beiden galten als Teenie-Traumpaar, ihr Schlager "Wenn die Conny mit dem Peter" wurde zum Hit. Inzwischen hat Froboess die Badehose längst selbst ein- und weggepackt, ihre Schlager-Karriere hängte sie früh an den Nagel. Aus Conny wurde Cornelia.

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Heute ist diese Cornelia eine der bekanntesten Charakterdarstellerinnen - und eine Grande Dame des deutschen Theaters. Am Montag (28. Oktober) wird die "kleine Cornelia" von einst, die schon im Alter von acht Jahren arbeitete und neben der "Badehose" auch "Zwei kleine Italiener" zu ihren Erfolgen zählte, 70 Jahre alt.

Ein Gesicht, das lebt und gelebt hat
Das Altern sei für sie kein Problem, sagte sie kürzlich der Nachrichtenagentur dpa in München, wo sie nach mehr als 50 Jahren wieder mit Senta Berger, einer anderen Grande Dame, vor der Kamera stand. "In der Unterhaltungsbranche kann es schwierig sein für Frauen, wenn sie älter werden. Aber nicht bei Schauspielerinnen", sagte sie. "Es ist doch schön, Falten zu sehen und dass das Gesicht lebt - oder gelebt hat."

Zuletzt waren Froboess und Berger 1961 gemeinsam in dem Film "Junge Leute brauchen Liebe" an der Seite von Johannes Heesters zu sehen. Vorher hatte die gebürtige Berlinerin Froboess die Schauspielschule besucht, im Alter von 19 Jahren bekam sie ihr erstes Engagement am Salzburger Landestheater.

Theater - "Das war für mich ein Traum", sagte Froboess einmal. Nicht nur sich selbst darstellen wie in der Schlagerwelt, sondern in andere Rollen schlüpfen, das wurde zu ihrem beruflichen Lebensinhalt. Lessings Minna, Wedekinds Lulu, Brechts Mutter Courage - Froboess hat die großen Frauenrollen des Theaters gespielt und immer wieder auch die kaputten Typen.

Über Braunschweig, Berlin und Hamburg kam Froboess 1972 zu den Münchner Kammerspielen und wechselte später mit Intendant Dieter Dorn zum Bayerischen Staatsschauspiel. Mit Dorn verbinde sie noch immer eine sehr gute Freundschaft, sagt Froboess heute - und das, obwohl sie eigentlich nicht viele Freunde habe. "Wenige, aber dafür sehr enge."

Dem Residenztheater blieb sie erhalten, auch nachdem Dorn - nicht ganz freiwillig - von Martin Kusej abgelöst wurde. Immer wieder machte die zweifache Mutter aber auch lange Pausen von Bühne und Kamera.

Ende 2012 schockte sie Intendant Kusej und das Publikum des Residenztheaters, weil sie die Premiere des Stückes "Die Anarchistin" nach rund einer halben Stunde wegen Kreislaufschwäche abbrechen musste. Hinter der Bühne wurde sie von einer Theaterärztin behandelt. Kusej trat daraufhin vor den Vorhang, um die Premiere abzubrechen. Danach legte Froboess eine kurze Pause ein, inzwischen ist sie aber wieder auf dem Damm.

Nach unzähligen Theater-, Film- und Fernsehrollen und zahlreichen Auszeichnungen muss Froboess heute niemandem mehr etwas beweisen, wie sie am Set des besagten Films "Freundinnen", den sie mit Berger drehte, sagte. "Für uns gibt es keinerlei Druck. Wir müssen beide keine Karriere mehr machen, wir müssen uns nichts beweisen."


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2014
Dokument erstellt am 2013-10-22 10:52:08
Letzte Änderung am 2013-10-22 10:54:32


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