• vom 29.11.2016, 15:36 Uhr

Kultur


Porträt

Rätsel eines Todes




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Von Edwin Baumgartner

  • 1937 ist die US-amerikanische Flugpionierin Amelia Earhart verschollen - ob jetzt ihr Skelett gefunden wurde, ist umstritten.

Was ist mit der Flugpionierin Amelia Earhart geschehen?

Was ist mit der Flugpionierin Amelia Earhart geschehen?© Staff/afp/picturedesk.com Was ist mit der Flugpionierin Amelia Earhart geschehen?© Staff/afp/picturedesk.com

Oxford (USA)/Wien. Das Rätsel um den Tod der US-amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart ist...

...gelöst?


Oder doch ungelöst?

Im Moment ist alles wieder unklar, was eben noch geklärt schien.

Im Jahr 1940, drei Jahre, nachdem Amelia Earhart verschwand, wurde auf der Pazifikinsel Nikumaroro (Inselstaat Kiribati, nordöstlich von Australien) ein Skelett gefunden. Zuerst glaubte man, es könnten die sterblichen Überreste der Pilotin sein, doch dann identifizierte man das Skelett als männlich. Die Internationale Organisation zur Bergung historischer Flugzeuge (Tighar) in Oxford (Pennsylvania/USA) behauptet nun, die Knochenstruktur des Nikumaroro-Skeletts würde mit dem Körperbau Amelia Earharts übereinstimmen: Tighar bezieht sich dabei speziell auf die Körpergröße sowie die Länge und den Umfang der Unterarme. Das würde bedeuten, die Flugpionierin sei nicht bei dem vermuteten Absturz ihrer Maschine umgekommen. "Es scheint ein Kapitel in Amelia Earharts Leben zu geben, das niemand kennt. Sie könnte versucht haben, Tage oder Monate heldenhaft zu überleben", sagte der Tighar-Chef Richard Gillespie dem Sender CNN.

Belastbare Fakten?
Das Rätsel um das Verschwinden Amelia Earharts schien gelöst.

Doch nun ist alles wieder anders.

Nicht nur, dass andere Repräsentanten von Tighar vorsichtiger sind als Gillespie - sie sagen in einem Statement: "Die Übereinstimmungen beweisen natürlich nicht, dass der Schiffbrüchige Amelia Earhart war, aber sie sind wesentliche Fakten, die weiter in diese Richtung weisen." Noch schwerer wiegt, dass die forensische Anthropologin Ann Ross vom Forensic Sciences Institute der N.C. State University die Tighar-Studie verwirft. Ann Ross selbst war an der Untersuchung nicht beteiligt. Ihr zufolge führt die von Tighar angewandte Methodik zu keinen belastbaren Ergebnissen.

Das Geheimnis um Amelia Earharts Tod bleibt vorerst also weiterhin ungelöst - und vielleicht ist das gut so, denn dieses Mysterium ist Teil jenes Mythos, der sich um die Flugpionierin rankt.

Es war die Zeit, in der Frauen die letzte männlich besetzte Bastion bestürmten: die Zähmung der Maschine. Die Tschechin Eliška Junková (die sich fallweise Elisabeth Junek nennt) setzt sich 1924 hinter das Steuer eines Bugatti-Rennwagens, zwei Jahre später stellt sie als erste weibliche professionelle Grand-Prix-Fahrerin einen ersten Streckenrekord auf und fährt in der Folge der männlichen Konkurrenz immer öfter davon. Die deutsche Rennfahrerin Clärenore Stinnes umrundet von 1927 bis 1929 als erster Mensch mit einem Auto die Welt.

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Dokument erstellt am 2016-11-29 15:41:05



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