• vom 14.12.2016, 12:50 Uhr

Kultur

Update: 14.12.2016, 13:27 Uhr

Ausstellung

Die ewigen Stätten




  • Artikel
  • Fotostrecke
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online, APA, dpa

  • Palmyra bis Mossul: Ausstellung im Grand Palais in Paris zeigt die Verwüstungen von Kulturgütern.

Paris/Damaskus. Antike Gesteinsbrocken, aus denen vereinzelt Säulen herausragen; Kolonnaden, durch die Straßen verlaufen: Ansichten dessen, was von der historischen Oasenstadt Palmyra noch übrig ist. Die Bilder wurden nach ihrer Zerstörung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgenommen. Die Aufnahmen sind nun in der Ausstellung "Sites éternels" (Die ewigen Stätten) im Pariser Grand Palais zu sehen.

Die Schau sei ein militanter Akt, sagte Frankreichs Staatspräsident François Hollande bei der Eröffnung. Sie zeige die einzigartige Schönheit der Stätten, aber angesichts des Wahnsinns jener, die ihre Geschichte zerstören wollen, auch die Zerbrechlichkeit. Erst vor wenigen Tagen ist die im März aus Palmyra abgezogene Dschihadistenmiliz wieder in die antike Ruinenstadt in Zentralsyrien eingedrungen. Zwischen Mai 2015 und März 2016 hatten die Dschihadisten unter anderem den berühmten Baal-Tempel und den Triumphbogen in die Luft gesprengt.



 Datenerfassung archäologischer Objekte

Die 360-Grad-Luftaufaufnahmen wurden eine Woche nach der Wiedereroberung von Palmyra durch die syrische Armee aufgenommen. Sie seien die ersten gewesen, die diesen Ort danach so dokumentiert hätten, erklärte Yves Ubelmann von der Iconem in Paris. Zusammen mit Philippe Barthelemy begleitete er am 5. April die ersten syrischen Wissenschafter, die die Zerstörungen in der über 2.000 Jahre alten Oasenstadt besichtigt hatten. Iconem ist spezialisiert auf digitale Datenerfassung archäologischer Objekte. Die Firma arbeitet unter anderem eng mit der Unesco zusammen, die auch Schirmherr der bis zum 9. Jänner dauernden Ausstellung ist.


Ziel der Organisatoren ist es, für die Gefahren zu sensibilisieren, denen Palmyra und andere Welterbegüter derzeit in Syrien und Irak ausgeliefert seien, sagte Jean-Luc Martinez, der Direktor des Pariser Louvre. Das Museum ist an der Werkschau maßgeblich mitbeteiligt.

Bedrohte und zerstörte Kulturstätten 

Aus seinen Sammlungen kommen einige der Exponate, darunter eine Löwenskulptur aus Bronze. Sie wird auf das Jahr 700 v. Chr. datiert und stammt aus der alten assyrischen Königsresidenz bei Khorsabad. Die Stadt liegt rund zwölf Kilometer nördlich der IS-Hochburg Mossul. Khorsabad beherbergt die Überreste der um 700 vor Christus gebauten assyrischen Feste Dur Sharrukin. Teile von ihr wurden von den IS-Kämpfern gesprengt.

Palmyra, Khorsabad, die Kreuzritterburg Krak des Chevaliers und die Umayyaden-Moschee in der syrischen Hauptstadt Damaskus: Vier bedrohte und teilweise schon zerstörte Kulturstätten, um die herum die Ausstellung aufgebaut ist. Sie macht betroffen, denn dank der dreidimensionalen Ansicht der Panorama-Luftbilder, die mit Kameradrohnen aufgenommen wurden, taucht der Besucher mitten in die Ruinen ein. Historische Dokumente und Fotografien illustrieren die Geschichte und die Anfänge jahrtausendalter Kunstschätze, die es vielleicht bald nicht mehr geben wird.




Schlagwörter

Ausstellung, Palmyra, IS, Paris, Syrien

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-12-14 12:53:18
Letzte nderung am 2016-12-14 13:27:59



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "Nicht mit uns"
  2. Kein "Irrer mit der Bombe"
  3. "Das ist Wahnsinn"
  4. Problemzone Stammtisch
  5. 152 rasante Minuten mit Laserschwert
Meistkommentiert
  1. Die Kamera als Schutz
  2. "Ohne Polen kollabiert London"
  3. Sophie Rois ärgert sich über "Peniszulage"
  4. Beethoven-Skulptur in Wien enthüllt
  5. Zu kurzsichtig

Werbung




Werbung



Werbung