• vom 04.04.2017, 16:43 Uhr

Kultur

Update: 05.04.2017, 09:41 Uhr

Roboter

Im Bett mit der frigiden Farrah




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Adrian Lobe

  • Serienreife Sexroboter sollen Prostitution überflüssig machen. Ihr Einsatz ist allerdings ethisch umstritten.



Ein Sex-Festival an der Uni? Klingt wie ein Revival von 1968. Konservative Briten waren nicht "amused", als vor wenigen Wochen der Kongress "Love and Sex with Robots" ausgetragen wurde, eine der ersten wissenschaftlichen Konferenzen über Sexroboter. Ursprünglich sollte die Veranstaltung bereits im November 2015 in Malaysia stattfinden, wo sie allerdings von den Behörden mit Rücksicht auf die islamische Tradition des Landes verboten wurde. Nun also diskutierten Soziologen und Programmierer in den Hörsälen in einem armseligen Hinterhof der Weltstadt über die Zukunft des Sexuallebens.

Der KI-Forscher Daniel Levy, einstiger Schachgroßmeister und Autor des Buchs "Love and Sex with Robots", prophezeite, dass bis 2050 der erste Mensch einen Sexroboter ehelicht. Man könnte es für einen Witz halten, doch die Roboterisierung hat längst auch das Liebesleben erreicht. Die Pornoindustrie investiert Millionen in vernetzte Sexspielzeuge und Virtual-Reality-Filmchen, der nächste Schritt sind humanoide Roboterfrauen, sogenannte Fembots.


Die US-Firma True Companion hat einen Sexbot namens Roxxxy entwickelt, der jeden Wunsch des Besitzers erfüllt. Sie kann zuhören, reden, Berührungen spüren, "in Stimmung kommen" und Lust auf Sex haben. Der mit Gummi umhüllte Computer ist mit Berührungssensoren und einer vibrierenden Vagina ausgestattet. "Sie saugt zwar nicht und kocht nicht, aber sie macht fast alles andere", sagte Entwickler Douglas Hines von der Herstellerfirma True Companion.

Roxxxy sieht auf den ersten Blick aus wie eine aufwendig geformte Gummipuppe, mit vollen Lippen, laszivem Blick und Reizwäsche. Ihr Aussehen lässt sich personalisieren, von der Augen- und Haarfarbe bis zu Schamhaaren, ihre Persönlichkeit programmieren: abenteuerlustig ("Wild Wendy"), zurückhaltend ("Frigid Farrah") oder lernwillig ("Young Yoko"). Frei wählbar, wie das Menü in einem Restaurant. Roxxxy kann sogar Konversationen über Fußball führen. Für 6695 Dollar ist Roxxxy auf dem britischen Markt erhältlich, es soll mehrere tausende Vorbestellungen gegeben haben. Die kalifornische Firma RealDolls will demnächst eine mit künstlicher Intelligenz erweiterte Liebespuppe auf den Markt bringen. Sexroboter haben das Versprechen, Prostitution überflüssig und das Zusammenleben humaner zu machen. Die Maschinen stehen rund um die Uhr zur Verfügung. In Sextourismus-Destinationen wie Thailand oder den Philippinen müssten sich junge Mädchen, die nur noch Nummern und keine Menschen mehr sind, Freiern nicht mehr als Sexsklaven hingeben.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Schlagwörter

Roboter, Sexroboter, Zukunft, Ethik

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-04-04 16:48:05
Letzte ─nderung am 2017-04-05 09:41:59



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Machtkampf um den ORF
  2. "Der amerikanische Traum lebt heute viel mehr in Europa"
  3. Harsche Kritik an Bundesdenkmalamt
  4. Milborn erhält Robert-Hochner-Preis
  5. obilossn net vergessen
Meistkommentiert
  1. In memoriam Susanna Schuhmacher
  2. Bezahlmodelle unter Druck
  3. "Der Islam hat einen Geburtsfehler"
  4. Elton John sagte wegen schwerer Infektion Konzerte ab
  5. Fakten statt Fiktionen

Werbung




Werbung



Werbung