• vom 11.01.2018, 20:00 Uhr

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Weltraumforschung

Mehr Wassereis auf dem Mars




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Von Alexandra Grass

  • Nasa-Raumsonde zeigt acht Stellen mit besonders tiefem Vorkommen.



Flagstaff/Wien. Dass der Mars Wassereis beherbergt, ist schon lange bekannt. Doch wie groß diese Depots tatsächlich sind, ist nach wie vor ein Rätsel. Neueste Daten der Nasa-Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) zeigen nun, dass einige Stellen auf dem Roten Planeten besonders reich an Wassereis sein dürften. Die Vorkommen beginnen etwa ein bis zwei Meter unter der Marsoberfläche und dürften mehr als 100 Meter weit in die Tiefe ragen, wie Forscher vom Astrogeology Science Center im US-amerikanischen Flagstaff im Fachblatt "Science" berichten.

Erosionen in den beobachteten Regionen brachten Abbruchkanten hervor, anhand derer die Forscher die innere Struktur des Marsmantels erkennen, heißt es in der Studie. Ganze acht solcher Stellen haben die Wissenschafter um den Astrogeologen Colin M. Dundas ausfindig gemacht, an denen das Wassereis so weit in die Tiefe gehen könnte.


Eis zieht sich zurück
Diese Abbruchkanten scheinen sich aber wieder zurückzubilden. Bilder, die aus drei Marsjahren stammen, würden Felsbrocken zeigen, die aufgrund von Erosionen praktisch zusammenfallen. Die Wissenschafter gehen deshalb davon aus, dass sich das Wassereis jeden Marssommer um ein paar Millimeter zurückzieht. Die Eisdepots dürften aufgrund von Schneefällen auf dem Roten Planeten entstanden sein und bilden nun diese kompakten und massiven Schichten.

Das Eis ist ein wichtiger Anknüpfungspunkt für die Erkundung des Himmelskörpers. Es beeinflusst die Geomorphologie, also die Landformen, sowie die Bewohnbarkeit, beherbergt die Klimageschichte des Roten Planeten und bildet einen Schwerpunkt bei der weiteren Erkundung des Mars. Bisher war nicht besonders viel über die Schichtung, die Dicke, die Reinheit und das Ausmaß des Gefrorenen bekannt. Farbunterschiede im Eis lassen aber nun verschiedene Schichten vermuten, die in unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen mit unterschiedlichen Schmutzablagerungen entstanden sind.

Künftige Marsmissionen
Die Forscher sehen in dem Eis eine nützliche Quelle für Wasser, das bei künftigen Marsmissionen Verwendung finden könnte. Wie lange es noch dauern wird, bis der Mensch am Roten Planeten seine Spuren hinterlassen kann, beziehungsweise vor Ort Forschungen betreiben kann, ist allerdings noch nicht klar. Die unterschiedlichen Programme von ESA, Nasa, Roskosmos und anderen zeigen den weltweit stattfindenden Wettlauf um den ersten Schritt auf dem Mars.

Auf der Erde gibt es bereits zahlreiche Vorbereitungen für bemannte Missionen zum Roten Planeten. Ein Plan ist etwa, ein Gewächshaus auf dem Mars zu stationieren. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben dazu in der Antarktis als Testgelände mit dem Aufbau eines neuartigen Gewächshauses begonnen. Das in Spezialcontainer integrierte Gewächshaus war per Schiff am 3. Jänner im ewigen Eis angekommen. Dort sollen Gemüse und Kräuter ohne Erde und Tageslicht gedeihen. Die Aussaat soll Anfang Februar erfolgen, Ende März könnten die ersten Salate und Radieschen geerntet werden, meinen die Forscher.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-01-11 16:44:06
Letzte ńnderung am 2018-01-11 18:26:04



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