Zwei Jahre haben die Renovierungsarbeiten gedauert, seit März ist die Villa Tugendhat in Brünn wieder für das Publikum geöffnet. Die Villa Tugendhat wurde im Jahr 1928 vom deutschen Architekten Ludwig Mies van der Rohe für den Brünner Textilfabrikanten Fritz Tugendhat entworfen und gilt auch heute noch weltweit als eines der besten Beispiele für den Stil des Funktionalismus. Die Familie Tugendhat bewohnte das Haus im Brünner Schwarzfeldviertel (erná Pole) nur acht Jahre, ehe sie im Jahr 1938 emigrieren musste. Nach vielen Jahrzehnten wechselvoller Geschichte und unsachgemäßer bis zerstörerischer Nutzung wird die Villa seit 1994 von der Stadt Brünn als Denkmal der modernen Architektur betrieben und zählt seit 2001 zum Unesco-Weltkulturerbe. Bei der Renovierung wurden sowohl das Interieur als auch der Garten so weit wie möglich in den ursprünglichen Zustand versetzt. Das Einfamilienhaus hat nicht nur wegen seiner Konstruktion und Raumteilung Architekturgeschichte geschrieben, sondern auch aufgrund seiner einzigartigen technischen Ausstattung, zu der Fenster, die elektrisch in den Boden versenkt werden konnten, eine raffinierte Klimaanlage oder auch eine Lichtschranke mit Fotozelle am Eingang gehörten.
Außer den Hauptwohnbereichen können Besucher nun auch die absolut einmalige Technikebene mit den raumlufttechnischen Anlagen, den "Anti-Kleidermottenraum" für Pelzmäntel sowie die Wohnungen des Dienstpersonals besichtigen.
Info und Anmeldung: Tickets nur über das Reservierungssystem der Villa Tugendhat erhältlich unter www.tugendhat.eu,, T: +420 515 511 015, info@tugendhat.at, Öffnungszeiten: Di bis So, 10-18 Uhr
Artikel erschienen am 11. Mai 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 31
Wenn heute ein Fiaker auf dem Tourismusplakat nach Wien lockt, denkt kaum jemand an die Herkunft des eigentlich mit Erfindung der Straßenbahn und des...weiter