• vom 04.08.2016, 00:00 Uhr

Museum


Museumsstücke

Kaiserlicher Fototermin




  • Artikel
  • Lesenswert (12)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Johann Werfring

  • Zum Kaisergedenkjahr bietet die Österreichische Nationalbibliothek in ihrer Ausstellung eine Fülle von Fotoaufnahmen und sonstigen Bildnissen.

"Die Allerhöchste Kaiserfamilie", Fotoaufnahme von Ludwig Angerer aus dem Jahr 1860.

"Die Allerhöchste Kaiserfamilie", Fotoaufnahme von Ludwig Angerer aus dem Jahr 1860.© Österreichische Nationalbibliothek "Die Allerhöchste Kaiserfamilie", Fotoaufnahme von Ludwig Angerer aus dem Jahr 1860.© Österreichische Nationalbibliothek

Im Jahr 1860, vermutlich im Mai, versammelte sich die österreichische Kaiserfamilie auf der Ostterrasse des Schlosses Schönbrunn, um ein Gruppenbild anfertigen zu lassen. Die hier abgebildete Aufnahme, die von Ludwig Angerer ins Werk gesetzt und von ihm unter dem Titel "Die Allerhöchste Kaiserfamilie" vertrieben wurde, war das erste und zugleich einzige repräsentative Familienfoto von Franz Joseph I. und seiner Familie.

"Im Umfeld der Aufnahme darf man sich nur ganz wenige Personen vorstellen", sagt Uwe Schögl, Fotoexperte im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek. Gehilfen des Fotografen hatten sich zum Zeitpunkt des Aufnahmegeschehens aus Respekt vor der Kaiserfamilie zweifellos zurückgezogen. Allenfalls war ein Berater aus dem kaiserlichen Hofstaat zugegen, denn "bei der Inszenierung des Fotos war nichts dem Zufall überlassen", so Schögl.

Information

Der ewige Kaiser
Franz Joseph I. 1830–1916

Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
1010 Wien, Josefsplatz 1
Di bis So 10–18 Uhr (Do 10–21 Uhr)
bis 27. November 2016
Tel. 01/534 10-394

Auf dem Sofa haben Kaiserin Elisabeth (mit Kronprinz Rudolf und der Erzherzogin Gisela an ihrer Seite) sowie Erzherzogin Sophie, die Mutter Franz Josephs I., Platz genommen. Der noch jugendliche Kaiser begnügt sich mit einem Randplatz. Ebenso wie bei späteren Fotografien trägt er eine Uniform, die Franz Joseph als seine Berufskleidung betrachtete. Die etwas schief sitzende Kappe verleiht dem Monarchen, der mit seiner linken Hand, gewissermaßen zum Zeichen seines Herrschaftsanspruches, den Säbel berührt, eine gewisse Nonchalance.

Nicht zufällig ist Erzherzog Maximilian (gemeinsam mit seiner Gemahlin Charlotte) direkt neben dem Kaiser platziert, denn er kam in der Thronfolge gleich an zweiter Stelle. Der in weiße Uniform gewandete Erzherzog Ludwig Viktor alias "Luziwuzi", wie der jüngste Bruder Franz Josephs in Familienkreisen genannt wurde, sowie Erzherzog Karl Ludwig flankieren ihren Vater, Erzherzog Franz Karl, welcher der Aufnahme mit seinem riesigen Zylinder in recht seltsamer Weise einen betont bürgerlichen Touch verleiht.

Den Kaiserlichen hat die von Ludwig Angerer angefertigte Fotografie ausgesprochen gut gefallen. Dieser wurde per Dekret vom 25. Dezember 1860 mit der umsatzfördernden (und an ihn erstmals verliehenen) Auszeichnung "K.u.k. Hof-Photograph" geehrt.


Print-Artikel erschienen am 4. August 2016
in der Kolumne "Museumsstücke"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "ProgrammPunkte", S. 7




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-07-29 16:02:04
Letzte ─nderung am 2016-08-01 00:16:29



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Neue szenische Wege
  2. "Schmeißen Sie die alten Klischees weg"
  3. Schatten in der Nacht
  4. Permanente Rutschgefahr
  5. Auffi, obi - und eini
Meistkommentiert
  1. Je schwerer, desto leichter fällt es Barbara Hannigan
  2. Interkontinental

Werbung




Durch den Abend begleitete der Moderator Stephen Colbert. "Was auch immer Sie für den Präsidenten empfinden, Sie können nicht leugnen, dass jede Sendung auf eine Weise von Donald Trump beeinflusst wurde", sagte er zur Eröffnung der Emmy-Verleihung und machte damit deutlich, dass der Rest des Abends ziemlich politisch zugehen werde. "Warum habt ihr Trump keinen Emmy gegeben?", fragte er das Publikum. "Wenn er einen gewonnen hätte, wäre er vielleicht nie in das Rennen um die Präsidentschaft gegangen." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert worden, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Während einer Protestveranstaltung gegen Polizeigewalt vor dem Police Department von Baton Rouge, Louisiana, USA, am 9. Juli 2016, stellt sich die Aktivistin Ieshia Evans den vorrückenden Polizisten entgegen und streckt ihre Hände aus, bereit, sich verhaften zu lassen. Georgeund Amal Clooney gehörte die Aufmerksamkeit am Wochenende. Die gemeinsamenZwillinge blieben jedoch daheim bei der Nanny.

Matt Damon mit seiner Frau Luciana Barroso. "Downsizing", in dem Damon die Hauptrolle spielt, hat die 74. Festspiele von Venedig eröffnet. Der US-amerikanische Rapper Kendrick Lamar wurde sechsfach ausgezeichnet. Der wichtigste Preis: Sein Hit  "Humble" wurde zum Video des Jahres gewählt.

Werbung



Werbung