• vom 02.02.2017, 00:00 Uhr

Museum

Update: 20.03.2017, 21:11 Uhr

Museumsstücke

Museen im Umbruch




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Von Johann Werfring

  • Dass die heimische Museumsszene einigermaßen in Bewegung geraten ist, ist alleine schon an den zuhauf getätigten Umbenennungen abzulesen.

Aus dem "Landesmuseum Niederösterreich" wurde im August 2016 das "Museum Niederösterreich". - © Museum Niederösterreich / Klaus Engelmayer

Aus dem "Landesmuseum Niederösterreich" wurde im August 2016 das "Museum Niederösterreich". © Museum Niederösterreich / Klaus Engelmayer

Nun ist also aus dem "Landesmuseum Niederösterreich" das "Museum Niederösterreich" geworden. In der österreichischen Bundeshauptstadt wurde schon vor einiger Zeit aus dem altehrwürdigen "Historischen Museum der Stadt Wien" das "Wien Museum" gemacht. In der Donaumetropole, wo es Institutionen wie "Wien Energie", "Wiengas", "WienWein" und dergleichen gibt, hat man sich schon einigermaßen an diese Art von Bezeichnungen gewöhnt (auch das neue Bahnhofsgebäude trägt in großen Lettern die Aufschrift "Wien Hauptbahnhof"). In der Mozartstadt gibt es übrigens das "Salzburg Museum".

Bislang hatte man bei den von den Bundesländern betriebenen Museen gleich eine konkrete Vorstellung, was darin präsentiert wurde, sobald man die Museumsbezeichnung hörte oder las. Namen wie "Burgenländisches Landesmuseum", "Oberösterreichisches Landesmuseum", "Tiroler Landesmuseum" oder "Vorarlberger Landesmuseum" evozierten sogleich die Vorstellung, dass in diesen Häusern die Geschichte und die Kultur der jeweiligen Länder ausgestellt waren.

Information

Museum Niederösterreich
3100 St. Pölten, Kulturbezirk 5
Di bis So, Feiertage 9–17 Uhr
Tel. 02742/90 80 90

Schwammige Benennungen

Das ehemalige "Burgenländische Landesmuseum" heißt mittlerweile "Landesmuseum Burgenland", ebenso wie das "Niederösterreichische Landesmuseum" in einem Zwischenschritt zum "Landesmuseum Niederösterreich" mutierte. Man darf schon gespannt sein, wie lange es noch dauert, bis es in Eisenstadt ein "Burgenland Museum" (nach dem Wiener Modus) oder ein "Museum Burgenland" (nach dem niederösterreichischen Modus) gibt.

Solche Museumsbenennungen lassen erahnen, dass man sich nicht auf etwas Konkretes festlegen will. Man hat das Gefühl, außer für Geschichte und Kultur solle auch noch (möglichst breiter) Raum für etwas anderes gelassen werden. Für etwas Spielerisches etwa.

Im "Museum Niederösterreich" gibt es bereits eine "Dauerpräsentation Natur" mit vielen verspielten Aspekten, und ab Herbst 2017 wird ein "Haus der Geschichte" hinzukommen. Bildende Kunst wird dort künftig nicht mehr zu bewundern sein, womit ein wesentlicher Aspekt der Landeskultur abgesiedelt wurde, nämlich nach Krems.

Ein "Haus der Geschichte" wird es bald auch in Wien geben. Vermutlich wird es in beiden Häusern für die Jugend allerlei spielerische Module geben. Man darf gespannt sein! Vielleicht wäre es aber vorteilhafter, den Geschichtsunterricht in den Schulen etwas vitaler zu gestalten? Allzu oft bekommt man von Schulabgängern den Satz "Geschichte ist fad" zu hören. Wenn es gelänge, Heranwachsende vermehrt für den zweifellos spannenden Gegenstand Geschichte zu begeistern, dann wären allzu viele spielerische Anlockungen in Museen wohl nicht vonnöten.

Punkto Museumsumbenennungen ist in letzter Zeit am krassesten die Namensgebung "Weltmuseum" (anstelle von "Völkerkundemuseum") ausgefallen. Was genauso schwammig klingt wie der Modebegriff "Weltmusik".

Print-Artikel erschienen am 2. Februar 2017
in der Kolumne "Museumsstücke"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "ProgrammPunkte", S. 7





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-01-27 15:17:05
Letzte ńnderung am 2017-03-20 21:11:58



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