• vom 09.03.2017, 00:00 Uhr

Museum

Update: 30.04.2017, 23:11 Uhr

Museumsstücke

Denkmal der Superlative




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Von Johann Werfring

  • Die Enthüllung des Maria-Theresien-Denkmals in Wien am 13. Mai 1888 war ein Ereignis höchsten gesellschaftlichen Ranges.

Gottlieb Markanner-Turneretscher, Enthüllung des Maria-Theresien-Denkmals, 13. Mai 1888. - © Österreichische Nationalbibliothek

Gottlieb Markanner-Turneretscher, Enthüllung des Maria-Theresien-Denkmals, 13. Mai 1888. © Österreichische Nationalbibliothek

Transport der Hauptstatue des Wiener Maria-Theresien-Denkmals. Illustration im "Neuigkeits-Welt-Blatt" vom 25. August 1887.

Transport der Hauptstatue des Wiener Maria-Theresien-Denkmals. Illustration im "Neuigkeits-Welt-Blatt" vom 25. August 1887.© Österreichische Nationalbibliothek Transport der Hauptstatue des Wiener Maria-Theresien-Denkmals. Illustration im "Neuigkeits-Welt-Blatt" vom 25. August 1887.© Österreichische Nationalbibliothek

Bei Kaiserwetter ging am Sonntag, dem 13. Mai 1888 die Enthüllung des zwischen den Hofmuseen platzierten Maria-Theresien-Denkmals über die Bühne. Schon seit geraumer Zeit hatten die Gazetten Einzelheiten über das von Caspar Zumbusch konzipierte Monument berichtet. So hatte das "Neuigkeits-Welt-Blatt" in seiner Ausgabe vom 25. August 1887 die Überführung der Hauptstatue kommentiert. Die hier abgedruckte Illustration zu diesem Bericht zeigt das Fuhrwerk mit der Kaiserinnenfigur vor der Karlskirche. Für deren Beförderung hatte man einen Wagen herangezogen, der üblicherweise zum Transport von Lokomotiven verwendet wurde.

Der Festakt mit der Enthüllung des von Kaiser Franz Joseph I. im Februar 1873 in Auftrag gegebenen Denkmals gestaltete sich als Staatsakt, bei dem nicht nur die erlauchteste Prominenz aus dem Kaiserreich zugegen war; auch aus anderen Ländern waren hochgestellte Herrschaften extra angereist.

Information

Maria Theresia: Habsburgs mächtigste Frau
Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
1010 Wien, Josefsplatz 1
Di bis So 10–18 Uhr (Do 10–21 Uhr)
bis 5. Juni 2017
Tel. 01/534 10-280

Rund um das Denkmal hatten die Zöglinge des k. k. Waisenhauses und weiterer unter der Regierung Maria Theresias gegründeten Institutionen Aufstellung genommen, allerlei Garden waren aufmarschiert, und auf den zehn Tribünen befanden sich rund 10.000 Ehrengäste aus Wien und allen möglichen Regionen der Monarchie.

Um 13 Uhr erschien, unter hymnischen Klängen, das Kaiserpaar. Wie immer erweckte der Auftritt Sisis, die unter einem Sonnenschirmchen einherspazierte, allgemeine Bewunderung. Sogleich begaben sich die Majestäten in das für sie errichtete Hofzelt. Nachdem Kaiser Franz Joseph, wie die "Wiener Zeitung" tags darauf berichtete, "huldvollst" eine Denkschrift entgegengenommen hatte, erteilte er den Befehl zur Enthüllung des Denkmals.

Als der Vorhang rund um das Monument gefallen war, verharrte das Publikum zunächst in feierlicher Stille. Der Kaiser erhob sich und entblößte sein Haupt, welchem Beispiel alle Anwesenden folgten. Dreimalige Hoch-Rufe ertönten aus tausenden Kehlen. Dann erschallte die Volkshymne. Hernach feuerten alle angerückten Truppen Salven ab. "In das Knattern der Gewehre mischte sich der dumpfe Schall der beim oberen Belvedere aufgeführten Geschütze, welche hundert und einen Schuss abgaben", explizierte die "Wiener Zeitung" in ihrer Nachbetrachtung.

Nach dem obligaten Festgottesdienst beehrte der Kaiser den Schöpfer des Denkmals und weitere Herrschaften mit persönlichen Gesprächen. Sodann schritten die Kaiserlichen unter Hoch-Rufen des Publikums von dannen.

Print-Artikel erschienen am 9. März 2017
in der Kolumne "Museumsstücke"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "ProgrammPunkte", S. 7





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-03-03 16:45:08
Letzte ─nderung am 2017-04-30 23:11:57



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