Wien.

Tief betroffen vom Ableben des Musikers zeigte sich dessen Manager Scheibmaier, der ihn als einen "der größten Künstler der vergangenen 70 Jahre" bezeichnete. "Ludwig Hirsch hat an den Wänden gekratzt, um dahinter zu schauen, was los ist", so Scheibmaier im Gespräch mit der APA. Auch Kulturministerin Claudia Schmied würdigte den Liedermacher in einer Aussendung als "Teil der österreichischen Seele", dessen Songs "den Zustand unserer Gesellschaft mit poetischen Texten beschrieben" haben. Für Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny stand Hirsch "in der Tradition großer Namen wie Randy Newman und Georg Kreisler, die schwarz bis bitter, bissig und zynisch, kritisch oder aggressiv ihr Umfeld pflügen".
Musikerkollege Rainhard Fendrich zeigte sich in einer ersten Reaktion "tief traurig, bestürzt und erschüttert darüber, wie verzweifelt ein Mensch sein muss in dem Moment, wo er beschließt, seinem Leben ein Ende zu setzen". Hirsch habe er "als exzellenten Schauspieler und als introvertierten, sehr feinsinnigen Künstler" kennengelernt, "der mit seiner Stimme Menschen verzaubern konnte". "Er war ein Seelenfreund, den ich sehr geschätzt habe." Für Marianne Mendt "ist wieder ein ganz Großer gegangen. Ich bin schockiert und traurig."
Erfolg mit "Dunkelgrauen Liedern"
Als gebürtiger Steirer begeisterte Hirsch seine Fans mit Liedern urwienerischen Zuschnitts und erklärte auch anlässlich der Überreichung des "Goldenen Rathausmann" im Juni: "Ich bin eigentlich Wiener, ich wurde nur zufällig dort geboren."
Bevor die Musik zum Mittelpunkt seines Lebens wurde, absolvierte der am 28. Februar 1946 im steirischen Hartberg geborene Hirsch ein Grafikstudium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und besuchte die Schauspielschule Krauss. Das Theater führte ihn zunächst nach Deutschland, bevor er 1975 zum Ensemblemitglied in der Wiener Josefstadt wurde. Kurze Zeit darauf folgte der Start seiner Musikkarriere: Auf sein Debüt sollten bis heute mehr als 20 Platten folgen. Das letzte genuine Album "In Ewigkeit Damen" erschien 2006, drei Jahre darauf folgte ein Hörbuch mit "Weihnachtsgeschichten".
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