"Wiener Zeitung":

Peter Kraus: Nein, eigentlich nicht. Ich habe mit dem Jugendwahn nichts am Hut. Das steht auch in meinem Buch drin.
Sie erzählen mit sehr großer Offenheit in Ihrem Buch.
In dieser Offenheit kann man nur schreiben, wenn man wirklich selber schreibt, was ich immer schon wollte. Der Titel ist natürlich ein bisschen herausfordernd, und auch nicht ganz vernünftig, da man nicht für immer jung sein kann, das ist mir auch klar. Aber man kann es zumindest so lange hinauszögern, wie man will.
Ist es nicht sehr anstrengend, immer jung und frisch zu sein?
Das ist klar. Ich habe natürlich den Vorteil, dass mein Beruf das fordert, wenn ich ihn noch weiter machen will. Aus Spaß habe ich einmal gesagt, dass meine Konzerte bestimmt nicht so voll wären, wenn ich mit einem dicken Bauch behäbig auf einem Barhocker sitzen, mich nicht rühren und alte Lieder singen würde. Dann käme kein Mensch. Die Leute wollen das, was ich mache, einfach sehen, und das gibt mir logischerweise Auftrieb, eine sportliche Figur zu erhalten.
Führen Sie Ihr jugendliches Aussehen auch auf gute Gene zurück?
Ja, natürlich. In meiner Familie waren alle schlank, hatten aber die Neigung zu dieser kleinen Kugel vorne, als hätte man einen Fußball verschluckt. Dagegen muss man etwas tun. Ich bewege mich einfach gern, bin ein unruhiger Geist.
Ist das für Ihr Umfeld nicht wahnsinnig anstrengend?
Mein Sohn hat sich inzwischen daran gewöhnt. Er macht übrigens die Revue-Tournee "Für immer in Jeans" als Gast mit. Wir haben ein musicalartiges Bühnenbild, und ich singe aus meinem Leben. Und mein Sohn singt immer als junger Peter Kraus meine Songs. Möglichst original. Natürlich mit einem Augenzwinkern, und ein bisschen persifliert. Das hatte er mir zum 70. Geburtstag als Überraschung so gut mit einer Band gespielt, dass ich auf die Idee kam, ihn zu fragen, ob er nicht mitfahren will. Dann habe ich sechs in Wien gecastete Musical-Darsteller, mit denen ich singen, tanzen und spielen kann, und den Entertainer Andy Lee Lang, ein Freund von mir.
Ist es sehr anstrengend, immer in der Öffentlichkeit zu stehen?
Ich stehe ja nicht immer in der Öffentlichkeit.
Aber oft.
Genau genügend. Ich lebe deswegen auch irgendwo ein kleines Doppelleben. Im Tessin bin ich nicht so "gefragt", da bin ich ein ganz normaler Mensch. Aber auch sonst habe ich keine Probleme damit, weil die Menschen mir gegenüber wahnsinnig zuvorkommend und respektvoll sind. Wahrscheinlich liegt das am hohen Alter, bei älteren Herrschaften hat man da Respekt. Vielleicht liegt es auch am Erfolg, oder daran, was man in seinem Leben erreicht hat.
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