Das Spektrum des Wienerliedschaffens jüdischer Komponisten und Textdichter beim Festival "Wean hean" (Wien hören) reicht von Gustav Pick, dem Schöpfer des populären Fiakerlieds, über Fritz Löhner-Beda und Hermann Leopoldi bis zu Georg Kreisler und Gerhard Bronner.
Von 19. April an steht die Bundeshauptstadt mit dem von Wiener Volksliedwerk veranstalteten Festival für einen Monat im Zeichen des Wienerlieds. Gemäß dem Schwerpunkt mit jüdischen Komponisten und Textdichtern werden sich sieben der zwölf Veranstaltungen diesem Thema widmen.
Buch über Hermann Leopoldi
Das Eröffnung am Donnerstag, dem 19. April, findet an gleich drei Schauplätzen statt: im Jüdischen Museum (ab 18.30 Uhr) und im Café Hawelka (ab 19.30 Uhr), beide in der Dorotheergasse, sowie im Camineum der Nationalbibliothek am Josefsplatz (ab 18.30 Uhr). Der Auftakt unter dem Titel "Lomir sich iberbetn . . ." (Wir wollen uns versöhnen . . . komm doch herein zu mir) ist dem jüdischen Beitrag zur Wiener Musik gewidmet. Vorgesehen sind Auftritte von Ensemble Klesmer Wien & Tini Kainrath, Mandys Mischpoche, Smart Ensemble und Marwan Abado sowie Aliosha Biz & Roman Grinberg. Grinberg ist seit mehr als 30 Jahren an der Spitze des jüdischen Kulturlebens in Wien tätig. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei (Spenden erbeten).

Im Jüdischen Museum wird um 20.30 Uhr das jüngste Buch über den "Klavierhumoristen" Hermann Leopoldi vorgestellt (der ursprünglich Hersch Kohn hieß): "Hermann Leopoldi, Hersch Kohn. Eine Biografie" von Georg Traska und Christoph Lind. Dazu steht ein Leopoldi-Abend mit dem sarkastischen Titel (nach einem Leopoldi-Lied) "Sagen S, Herr Kohn, wann kommen S zrück?" am 26. April im Konzerthaus auf dem Programm (19.30 Uhr); mit Schauspielern wie Andrea Eckert (siehe unser Titelbild), Ernst Stankovski und Cornelius Obonya sowie dem Sänger Heinz Zednik, ferner mit Traude Holzer, Peter Havlicek, Roland Sulzer und Bela Koreny. Der Wermutstropfen: Es gibt nur Restkarten, der Abend ist im Wesentlichen ausverkauft.
Angebot für die Lachmuskeln
Ein Angebot für die Lachmuskeln des Publikums ist "Lotzelach im Wurstelprater": ein jüdisches Kabarett, das am 7. Mai im "brick-5" (15, Fünfhausgasse Nr. 5) aufgeführt wird. Eine der interessantesten Kleinbühnen Wiens, das Theater L.E.O. (Letztes Erfreuliches Opern-
theater) und die Armin-Berg-Gesellschaft unternehmen einen Streifzug durch die jüdische Unterhaltungskultur.
Weitere Tipps: "Die Brauers" (12. Mai im Ehrbarsaal, 19.30 Uhr). Da treten Arik Brauer, seine Tochter Timna, Schwiegersohn Elias Meiri und seine Enkelin Jasmin Meiri-Brauer auf.
Der Abend "Ausgerechnet Beda" (Bockkeller, 21. Mai, 19.30 Uhr) mit Chris Pichler und Wolfram Berger ist Fritz Löhner-Beda (1883 bis 1942) gewidmet; seinen Texten und Liedern, aber auch seinem Schicksal. Er, der in den 20er Jahren unzählige Schlager schrieb (und im KZ Buchenwald mit Hermann Leopoldi das "Buchenwaldlied"), wurde im KZ Auschwitz ermordet.
Konsequenz: Wenn ein einziges Wort gibt, das die US-Band Shellac beschreiben kann, dann dieses. Denn Shellac sind konsequente Musiker in Takt...weiter
(g. s.) Wenn schon Retro, dann gleich ordentlich. Und dieser Herr kann das leisten. Von 1971 bis 1977 Mitglied von Genesis...weiter
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