Drei Minnesänger kommen aus der Steiermark, und sie heißen nicht STS. Ihre Namen sind Ulrich von Liechtenstein, Hugo von Montfort und Herrand von Wildon. Ihre Werke soll mit den "Steirischen Literaturpfaden des Mittelalters" wieder in Erinnerung gerufen werden.
Wernfried Hofmeister vom Institut für Germanistik führt zu Orten, an denen mittelalterliche Texte entstanden oder gesammelt worden sind. "Die Wege liegen nicht abseits irgendwo im Grünen, sondern wurden bewusst an bewegten Plätzen angelegt - im Zentrum des Lebens", erklärt Hofmeister. Konkret werden die Pfade in Admont rund um das dortige Stift, Bruck an der Mur, Neuberg an der Mürz, Seckau, Stattegg, Unzmark-Frauenburg, Vorau und Wildon eingerichtet.
Die Wege selbst bestehen aus einer "Orientierungsstation" und bis zu acht "Erzählstationen", in denen die Werke der Autoren beschrieben, übersetzt und erläutert werden. Die Inhalte wurden nach ihrer Relevanz für die heutige Zeit ausgesucht. So werden u.a. die Themen Selbstmord und Schönheitsoperationen aufgegriffen. Zielpublikum ist laut Hofmeister "die Bevölkerung vor Ort und die Schüler aus der Region, aber vor allem auch Touristen". Eine Broschüre mit knapper Wegbeschreibung existiert bereits und kann im Internet abgerufen werden.
Der erste "Literaturpfad" wird am 5. August in Neuberg/Mürz rund um das dortige Kloster eröffnet. Der 1,5 Kilometer lange Pfad bezieht sich auf Leben und Werk des Mönchs Andreas Kurzmann, der um 1400 in dem dortigen Zisterzienserkloster lebte und etliche lateinische Texte in deutsche Verse übertrag. Ende August wird der Pfad in Unzmarkt/ Frauenburg und Anfang September jener in Admont eröffnet. Bis Oktober sollen auch die restlichen Literaturpfade für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
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