• vom 16.03.2000, 00:00 Uhr

Chronik

Update: 06.04.2005, 15:49 Uhr

8,5 Jahre für Bruder Herbert, auch Bernhard Gratzer schuldig gesprochen

Urteil: Sieben Jahre Haft für Peter Rosenstingl




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  • Sieben Jahre Haft wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Untreue: Mit diesem Urteil ist der Prozess für den ehemaligen FPÖ-Politiker Peter Rosenstingl zu Ende gegangen. Einen Schuldspruch gab
  • es auch für seinen Bruder: Der frühere Geflügelhändler Herbert Rosenstingl wurde wegen der gleichen Delikte zuzüglich fahrlässiger Krida zu 8,5 Jahren Haft verurteilt. Bernhard Gratzer, ehemaliger
  • Obmann der FPÖ NÖ und nunmehr "wilder" Landtagsabgeordneter, kam mit drei Jahren Haft wegen Untreue davon, zwei Jahre und drei Monate davon wurden bedingt nachgesehen.

Nach 25 Verhandlungstagen hatte der Rosenstingl-Prozess am Mittwoch sein Finale erreicht. Der Schöffensenat (Vorsitz Eva-Maria Seidl) ließ sich zunächst den ehemaligen FP-Nationalratsabgeordneten


Peter Rosenstingl, seinen älteren Bruder Herbert "Hendl" Rosenstingl sowie die weiteren acht Angeklagten noch einmal im Saal 303 vorführen, ehe er sich zur Beratung über Schuld und Strafe zurückzog.

Die Urteile wurden schließlich um 17 Uhr verkündet.

Die Anklage legte dem Ex-Politiker schweren gewerbsmäßigen Betrug und Untreue zur Last. Schadenssumme: 58,6 Mill. Schilling (4,26 Mill. Euro). Einen weit höheren Betrag hatte der frühere

Geflügelhändler Herbert Rosenstingl zu verantworten. Allein dessen Scheckbetrügereien und -"reitereien", bei denen ihm seine Ehefrau Gertrude, der Schwiegersohn und ein Bankangesteller

"assistierten", schlagen sich mit 130 Mill. Schilling (9,45 Mill. Euro) zu Buche.

Um den Bruder vor der letztlich unvermeidlichen Pleite zu retten, hat Peter Rosenstingl diesem im Lauf der Jahre nicht nur mindestens 68 Mill. Schilling (4,94 Mill. Euro) zukommen lassen, er geriet

auch mit dem Gesetz in Konflikt: Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gelangte er laut Anklage an Kredite, wobei er sich seiner Funktion als Chef des Rings Freiheitlicher Wirtschaftstreibender

(RFW) NÖ bediente.

Auch von der FPÖ Niederösterreich bekam Rosenstingl, der auch Finanzreferent des FP-Parlamentsklubs war, rund 23,5 Mill. Schilling (1,71 Mill. Euro) · "zur Veranlagung", wie Bernhard Gratzer, der

damalige Landesparteiobmann und nunmehrige mit Angeklagte auch im Prozess stets betonte.

Cornelia Gretsch, Peter Rosenstingls Lebensgefährtin, erwartete vor der UIrteilsverkündung "um die sechs Haft". Im Endeffekt sei es aber egal: "Wenn wir eine Nichtigkeitsbeschwerde und eine Berufung

machen, spielt das keine solche Rolle."

Gertrude Rosenstingl, Herberts Ehefrau, wurde zu 15 Monaten bedingt verurteilt, der Kreditvermittler Josef Dinhopel zu drei Jahren. Für einen Geschäftsmann gab es einen Freispruch, die anderen

Angeklagten wurden zum Teil zu bedingten Strafen verurteilt.



Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 2000-03-16 00:00:00
Letzte Änderung am 2005-04-06 15:49:00


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