• vom 06.08.2010, 17:42 Uhr

Chronik


Erfolg mit automatischer Vignettenkontrolle - 106.000 Überführte im Vorjahr

Neuer Rekord bei Jagd auf Vignetten-Sünder




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Von Christian Mayr

  • Neue Kameras erwischen fast 2000 Mautpreller im Monat.
  • System soll nun ausgebaut werden.
  • Wien. Die Entwicklung hat lange gedauert, und das System drohte wegen technischer Probleme kurzfristig sogar zu scheitern. Doch mittlerweile ist die "Automatische Vignettenkontrolle" (AVK) zu einer Art Wunderwaffe gegen Mautpreller auf Österreichs Autobahnen geworden, die nach ihrem Start Ende 2007 pro Jahr Millionen für den Staatshaushalt hereinholt.

Den Augen der Vignetten-Kamera (re.) entgeht nichts - 1800 Mautpreller erwischt das System pro Monat.Foto: asfinag/bb

Den Augen der Vignetten-Kamera (re.) entgeht nichts - 1800 Mautpreller erwischt das System pro Monat.Foto: asfinag/bb Den Augen der Vignetten-Kamera (re.) entgeht nichts - 1800 Mautpreller erwischt das System pro Monat.Foto: asfinag/bb

Denn laut neuester Statistik der Asfinag werden pro Monat 1800 Vignetten-Sünder von den Kameras der beiden AVKs registriert - ein Rekordwert. "Anfangs waren es rund 300 Vignetten-Delikte pro Woche. Zum einen haben wir seit August 2008 eine zweite Kamera in Betrieb und zum anderen wird das System technisch immer weiter entwickelt, wodurch eine höhere Quote erzielt werden kann", berichtet Ingrid Partl, Sprecherin der Asfinag Maut Service GmbH im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

Dank diesen an Überkopfbalken angebrachten Überwachungssystemen konnte 2009 auch ein absolutes Rekordergebnis bei aufgespürten Mautprellern verzeichnet werden. "Im Vorjahr gab es insgesamt 106.000 Vignettendelikte, so viele wie noch nie", so Partl. Zum Vergleich: 2008 waren es 97.000 Fälle, die auch von der Polizei und den Asfinag-Mautkontrolloren ermittelt wurden.


Wie Partl betont, hat sich damit die Anschaffung der AVK (pro Stück 230.000 Euro) längst amortisiert. Immerhin muss jeder erwischte Mautsünder eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro bezahlen - hochgerechnet spielt die AVK damit pro Jahr rund 2,6 Millionen Euro ein. Nicht zuletzt deshalb wird längst über deren Ausweitung nachgedacht: "Wir sind in der Überlegung, aber es gibt noch keinen konkreten Zeitplan", sagt Partl. "Jedenfalls sind wir sehr zufrieden."

Standorte wechseln

Derzeit wechseln die beiden Kameras rund alle zehn Tage die Standorte - Einsatzgebiete sind vor allem Autobahnen und Schnellstraßen in Ballungszentren; also dort, wo die Maut-Sheriffs nur eingeschränkt kontrollieren können, weil die Pkw nicht angehalten oder ausgeleitet werden können. Zum Einsatz kommt die AVK daher unter anderem auf der A23, A22, S1, A25 und der A7.

Sind die gemachten Aufnahmen der Windschutzscheiben trotz Nachbearbeitung nicht eindeutig, wird im Zweifelsfall für den Fahrer entscheiden, so Partl. Wer erwischt wird, muss binnen vier Wochen die Ersatzmaut einzahlen, sonst droht eine Anzeige samt höherer Strafe. Eine Ausnahme gibt es für Tönungsstreifen: Wer die Vignette dorthin gepickt hat (was mittlerweile verboten ist), bekommt zunächst nur eine Abmahnung.

Angst vor der AVK brauchen außer den Österreichern aber lediglich Deutsche und Schweizer haben, da es nur mit diesen Staaten ein Abkommen gibt. Auf alle anderen Schwarzfahrer lauern freilich Maut-Sheriffs und Polizei, die direkt abkassieren.



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Dokument erstellt am 2010-08-06 17:42:12
Letzte nderung am 2010-08-06 17:42:00


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