
Der ehemalige Vorstandschef der Royal Bank of Scotland Group (RBS), Fred Goodwin, ist kein Sir mehr. Der Titel wurde ihm auf Anregung der Regierung von der Queen aberkannt. Goodwin (53) stand ab 2001 an der Spitze der Großbank und führte diese mit einer risikoreichen Expansionspolitik beinahe in den Ruin.
Nur der Einstieg des Staates mit 80 Prozent konnte das Unternehmen retten. Die Kosten dafür betrugen rund 45 Milliarden Pfund. Goodwin hingegen ließ sich seine Pensionsansprüche (ab dem 50. Lebensjahr) 2009 mit einer steuerfreien Einmalzahlung in der Höhe von 2.7 Millionen Pfund (3,25 Mio Euro) abkaufen.
Der Ritterschlag, der die Aufnahme in den Adelsstand bedeutet und in der Regel die Anrede als "Sir" beinhaltet, wird in Großbritannien von Queen Elizabeth II. oder in ihren Namen etwa von Thronfolger Prinz Charles erteilt. Er wird nur in seltenen Ausnahmefällen zurückgenommen, etwa bei Schwerverbrechern. Zuletzt war die Ritterehre 2008 dem diktatorischen Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, aberkannt worden.
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