Wien. Ein verstorbener, in Österreich geborener Wissenschafter hat offenbar den Fruchtbarkeits-Weltrekord geknackt. Bertold Wiesner, mit seiner Frau Mary Barton Betreiber einer in den 1940er-Jahren gegründeten Fruchtbarkeitsklinik, soll nach einem Bericht der "Sunday Times" 600 Kinder gezeugt haben - per Samenspende in seiner eigenen Klinik.
Das Blatt beruft sich dabei auf zwei seiner Söhne. Wiesner starb 1972. Er hatte mit Barton die Klinik 1943 gegründet. Bis 1962 sollen die beiden rund 1.500 mal Frauen eine Schwangerschaft ermöglich haben. Nicht wenige der werdenden Mütter trugen dabei offenbar Wiesners Kinder aus.
Im Zuge von Recherchen zu einem Film
Das fanden der kanadische Dokumentarfilmer Barry Stevens und der Londoner Anwalt David Gollancz heraus. Stevens wurde dem Bericht zufolge 1952 in der Londoner Klinik gezeugt. Er machte sich auf die Suche nach seinem Vater - Wiesner - und traf dabei auf seinen Halbbruder Gollancz. Gemeinsam machten die beiden 18 weitere Personen ausfindig, die in der Klinik gezeugt wurden. Durch Tests fanden sie heraus, dass zwei Drittel Wiesner zum Vater hatten.
Gollancz sagte der "Sunday Times", dass nach konservativen Schätzungen Wiesner pro Jahr rund 20 Samenspenden abgegeben haben könnte, was ein Experte der Sheffield University für durchaus plausibel hält. Stevens vermutete sogar, dass es 1.000 Kinder Wiesners geben könnte. Die Klinik war offenbar bekannt für ihre kleine Anzahl von Spendern, die von Wiesner und Barton ausgesucht wurden. Erst 1990 war die Zahl der Samenspenden pro Mann in Fruchtbarkeitskliniken mit dem "Human Fertilisation and Embryology Act" reguliert worden.
Bestätigen sich die Angaben, wäre das in jedem Fall bei weitem der Fruchtbarkeitsweltrekord - ob 600 oder 1.000 Kinder. Bisher hielt diesen ein anonym gebliebener Arzt aus den USA mit 150 Nachkommen.
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