• vom 25.04.2012, 13:53 Uhr

Chronik

Update: 25.04.2012, 15:33 Uhr
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"Historisches Ereignis"

Spatenstich für Semmering-Basistunnel erfolgt



  • 27 Kilometer langer Tunnel wird Niederösterreich und Steiermark verbinden.

Die Bauarbeiten für den Semmering-Basistunnel können beginnen.

Die Bauarbeiten für den Semmering-Basistunnel können beginnen.APAweb/Georg Hochmuth Die Bauarbeiten für den Semmering-Basistunnel können beginnen.APAweb/Georg Hochmuth

Gloggnitz. Zwei Tunnelröhren von 27,3 Kilometern Länge, zwölf Jahre Bauzeit (bis 2024), 3,1 Mrd. Euro Kosten: Das sind die Eckdaten des Semmering-Basistunnels (SBT), für den am Mittwoch beim künftigen Nordportal in Gloggnitz/NÖ der Spatenstich erfolgt ist. Die neue Südbahn, Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes, wird die Fahrzeit Wien - Graz um ein Drittel verkürzen und den Zuwachs im Güterverkehr bedienen, gleichzeitig bleibt das Unesco-Weltkulturerbe Ghega-Bahn über den Semmering erhalten.

Dementsprechend wurde der Spatenstich von den Rednern als historisches Ereignis bezeichnet. Das Projekt sei wie kein anderes auf Herz und Nieren geprüft worden, erinnerte Verkehrsministerin Doris Bures an die jahrzehntelange Geschichte.

Landeshauptmann Erwin Pröll sprach von einer geänderten Faktenlage, weshalb SBT alt und neu "in keinster Weise" zu vergleichen seien. Vormalige Ablehnung habe es hinsichtlich Naturschutz und Wasserhaushalt, Bedenken wegen Sicherheit und einer Preisgabe der Ghega-Bahn gegeben, bis dann 2005 unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel Überlegungen für ein völlig neues Projekt starteten. Mehr als zehn Varianten seien von Experten begutachtet worden, zwei Röhren würden die Sicherheit erhöhen, und die Ghega-Strecke bleibe aufrecht.

Voves dankte Pröll
Der steirische Landeshauptmann Franz Voves betonte die Bedeutung einer leistungsfähigen Südbahn für den exportorientierten Wirtschaftsstandort Steiermark. Die Verbesserung der Erreichbarkeit werde 15,5 Mrd. Euro zusätzliche Wertschöpfung und 15.000 Arbeitsplätze bringen. 30 Jahre sei man "in der Warteschlange" gestanden, dankte er Pröll, dem Projekt SBT neu von Beginn an positiv gegenübergestanden zu sein. "So schaut's aus, wenn niederösterreichischer Smaragd und steirischer Sauvignon zu einem Cuvee werden - oder wenn zwei starke Bundesländer zusammenarbeiten."

Mit diesem Projekt werde an der Zukunft gebaut, so Bures. Der SBT mache die neue Südbahn komplett und sei für das gesamte österreichische Hochleistungsnetz ein Schlüsselprojekt. Neben Sparen sei es wichtig, auf das Wachstum zu achten und in die Schiene zu investieren. Das schaffe Arbeitsplätze und bedeute umweltfreundliche Verkehrsmittel: "Wir wollen den Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen."

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Christian Kern nannte den bevorstehenden Tunnelbau eine technische Spitzenleistung. Die Bahn sei auf der Höhe der Zeit und das Verkehrsmittel der Zukunft, hob er die Umweltfreundlichkeit hervor. EU-Vertreterin Desiree Oen vom Kabinett des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas erklärte, mit dem Ausbau der Infrastruktur unternehme das Alpenland Österreich enorme finanzielle Anstrengungen und leiste einen wesentlichen Beitrag zur räumlichen Integration und damit Stärkung des europäischen Binnenmarktes und auch zur angestrebten CO2-Reduktion im Sinne der Klima-Ziele.

Das Tunnelprojekt wurde und wird seit vielen Jahren von Gegnern bekämpft, an vorderster Front dabei "Alliance for Nature". Proteste gab es rund um den Festakt nicht - bis auf einen Mann, der sich beim eigentlichen Spatenstich knapp neben dem Erdhaufen postiert hatte. In der Hand hielt er ein Taferl mit der Aufschrift "Der Berg sagt Nein".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-04-25 14:09:55
Letzte Änderung am 2012-04-25 15:33:49


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