• vom 01.05.2012, 16:58 Uhr

Chronik

Update: 02.05.2012, 10:35 Uhr
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Schnee zu Ostern, Hitze am Tag der Arbeit


Von Christoph Rella

  • Temperaturschwankungen sind nichts Ungewöhnliches, sagen Meteorologen.

Vor drei Wochen herrschte noch Schneetreiben. - © dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Vor drei Wochen herrschte noch Schneetreiben. © dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Wien. Zuerst kamen Schnee und Eis. Minus drei Grad Celsius meldete das Wetterradar des Salzburger Flughafens am Ostersonntag. Keine drei Wochen später kletterte die Quecksilbersäule des Thermometers der niederösterreichischen Gemeinde Waidhofen an der Ybbs auf 32 Grad und stellte damit einen neuen April-Hitze-Rekord auf. Rekordverdächtig waren auch die vorangegangenen Monate: "Bundesweit war es seit 1986 in einem Februar nicht mehr so kalt", meldete zuletzt die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (Zamg). Damals sanken die Temperaturen in weiten Teilen Österreichs auf bis zu minus 20 Grad. Auf die Minusgrade folgte wiederum der "drittwärmste März seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1767". Wird das Wetter verrückter?

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Für die Wissenschafter auf der Hohen Warte in Wien sind solche Schwankungen nichts Neues. Und geht es nach ihnen, soll es nach einem heißen 1. Mai (mit bis zu 28 Grad in Wien) ab Donnerstag auch wieder kühler werden. Den Grund für das Auf und Ab erklärt der Meteorologe Thomas Wostal so: "Im Frühling stößt warme Luft aus dem Süden auf kalte Luft im Norden und das schlägt zurück." Da es sich um eine Übergangszeit handle, seien die Monate Februar bis Juni immer schon auch eine Zeit für Wetterextreme gewesen.

Als Beweis nennt Wostal Bauernregeln, wonach die Menschen bereits im 19. Jahrhundert entweder mit Hitze oder - etwa zu den sogenannten "Eisheiligen" Pankratius, Servatius und Bonifatius Mitte Mai - mit Kälte gerechnet haben. Auch, dass es hin und wieder im Juni schneit, sei nicht ungewöhnlich. "Das sind Kaltlufteinbrüche, aber die markieren sicher keinen Trend", so Wostal.

Mehr heiße Tage im April
Dagegen klar feststellbar sei, dass sich das Klima in den vergangenen vierzig Jahren deutlich erwärmt habe. "Die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 25 Grad wird sicher mehr werden, auch werden wir im April immer mehr heiße Tage um die 30 Grad Celsius erleben", so der Forscher. Deswegen aber von einem "verrückten Wetter" zu reden, hält er mit Verweis auf eine aktuelle Studie, wonach es in den letzten 140 Jahren bei den Temperaturschwankungen keine Zunahme gegeben habe, für unseriös. Was das Wetter betrifft, so wird die Hitze erst Mitte Mai zurückkehren. Bis dahin werden auch die "Eisheiligen" durch das Land gezogen sein.




Schlagwörter

Wetter, Kälte, Hitze

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-01 17:05:05
Letzte Änderung am 2012-05-02 10:35:04


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