• vom 03.05.2012, 11:42 Uhr

Chronik

Update: 03.05.2012, 12:14 Uhr
  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Bergretter mit mehr Einsätzen im leichtem Gelände

Wandern kann tödlich sein



  • Herz-Kreislauferkrankungen sind Todesursache Nummer eins.

Wandern kann bei Überschätzung der eigenen körperlichen Verfassung tödlich sein.

Wandern kann bei Überschätzung der eigenen körperlichen Verfassung tödlich sein.blas - Fotolia Wandern kann bei Überschätzung der eigenen körperlichen Verfassung tödlich sein.blas - Fotolia

Wien. Die österreichische Bergrettung hat im Jahr 2011 bei 6549 Einsätzen 6895 Menschen geborgen, rund 5000 von ihnen verletzt, 160 nur noch tot. Die Zahl der Einsätze ist damit im Vergleich zu 2010 um mehr als 170 zurückgegangen, lag aber deutlich über den Zahlen der Jahre zuvor. 2833 Mal wurden Bergretter ins sogenannte leichte Gelände gerufen: Überwiegend zu Wanderern, die den Rückweg nicht mehr aus eigener Kraft schafften, weil sie sich verirrt oder verletzt hatten oder konditionelle und gesundheitliche Probleme hatten.

Viele nicht optimal vorbereitet
Gerade beim Wandern sei ein starker Boom zu bemerken, die Einsätze hätten in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen, da viele Leute nicht optimal vorbereitet seien, erläuterte die Bergrettung. 126 Wanderer wurden im vergangenen Jahr tot geborgen, Ursache Nummer eins waren Herz-Kreislauferkrankungen. Weitere 21 Tote wurden aus dem Fels geborgen, sieben nach Skitouren beziehungsweise Variantenfahrten, je zwei von Touren im Eis, von Skipisten und nach Lawinenabgängen. Die Zahl der Menschen, die aus Lawinen geborgen wurden, war die niedrigste seit 14 Jahren. Die Ursache dafür lag im schneearmen Winter.

Nur auf Pisten häufiger Unfälle
Nur auf Pisten rückten die Bergretter noch häufiger aus als in Wandergebiete: 3203 Mal im Jahr 2011, eine im langjährigen Vergleich allerdings niedrige Zahl. 233 Einsätze galten Skitouren- oder Variantenfahrern, wobei es nach Beobachtungen der Bergretter immer häufiger ungeübte Skifahrer ins freie Gelände zieht. Ein weiteres Problem: Urlauber, die den Spuren einheimischer Tourengeher oder Freerider folgen, allerdings ohne deren Ortskenntnisse und ohne Notfallausrüstung. Im Bundesland Salzburg wollen die Bergretter deshalb mit Freeridern sowie der Seilbahn- und Tourismuswirtschaft Gegenmaßnahmen erarbeiten.

Unfallursache: Überschätzung
Eine tendenzielle Zunahme der Unfälle gibt es beim Rodeln, Canyoning, Paragleiten und Klettern, wobei die Bergrettung Letzteres auch auf den Bau von immer mehr Klettersteig-Anlagen zurückführt. Häufigste Unfallursachen aus Sicht der Einsatzkräfte sind die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten und Erschöpfung. Versucht wird, beim Errichten neuer Klettersteig-Anlagen Bergekonzepte gleich mitzuentwickeln.

Weit über dem Durchschnitt der vergangenen Jahr lag 2011 die Zahl der Suchaktionen: 387 Mal wurden die Bergretter gerufen, um Vermisste aufzuspüren. Gelingt das nicht innerhalb kurzer Zeit, müssen mitunter 50 oder gar 100 Leute zum Einsatz, im widrigsten Fall über mehrere Tage, was einen enormen Aufwand bedeutet. Insgesamt haben die 12.000 ehrenamtlich tätigen Bergretter im vergangenen Jahr fast 65.000 Einsatzstunden geleistet. Das entspräche, wie die Organisation vorrechnete, einem finanziellen Wert von mehr als 3,57 Millionen Euro.

Auf insgesamt mehr als 7700 Einsätze in der Jahresbilanz der Bergrettung kommt man unter Berücksichtigung einer neuen Aufgabe der Landesorganisation Vorarlberg: Diese betreibt nämlich seit 2011 auch die Flugrettung im "Ländle".



Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-03 11:45:54
Letzte Änderung am 2012-05-03 12:14:46


Beliebte Inhalte



Am Juridicum müssen die Stimmen eventuell neu gezählt werden. - apa/Hochmuth
  • Am Juridicum gibt es noch immer kein Ergebnis, AG will Neuauszählung.
  • weiter

Verlieren die jungen Schwarzen ihre Mehrheit am Juridicum? Am Dienstag war das noch unklar. - apa
  • SPÖ, Grüne und FPÖ wollen Rückkehr zur Direktwahl.
  • weiter

Prüfende Blicke wird der wahrscheinliche Landeschef noch viele in die Bücher werfen müssen. - apa
  • Eine Nachzahlung von 30 Millionen Euro könnte Regierung Haslauer drohen.
  • weiter

Auch wenn Teilergebnisse gefeiert wurden, das Gesamtergebnis verursacht bei den meisten Fraktionen eher Katerstimmung. - APAweb / Herbert Neubauer
  • Mandatsgewinne vor allem für kleiner Gruppierungen
  • TU Graz schaffte Auszählung nicht
  • weiter

Der Spaß wird Gernot Rumpold bald vergehen. Vor dem Korruptionsuntersuchungsausschuss scherzte der Ex-FPÖ-Werber noch mit den Medien, nun muss er sich unter anderem wegen Falschaussage vor diesem Gremium im Grauen Haus verantworten. - apa/Helmut Fohringer
  • Telekom zahlte für nicht vorhandene Studien, dann wurde FPÖ Schulden los.
  • weiter

Bundesheersoldaten vor der Krypta am Wiener Heldenplatz am 8. Mai 2013. - Stanislav Jenis
  • Faymann und Spindelegger betonen bei Festakt Mitverantwortung Österreichs und würdigen Widerstand.
  • weiter

Am "Internationalen Tag der Pflege" haben sich die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP für die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark ausgesprochen. - APAweb / Barbara Gindl
  • Frühere Angleichung des Frauenpensionsalters für Khol "keine aktuelle Frage"
  • weiter

Alle Lehrer werden Master. Auch Volksschullehrer müssen länger studieren. - apa/Georg Hochmuth
  • Alle Sekundarlehrer erhalten dieselbe Ausbildung; Mobilität wird erhöht.
  • weiter

  • Vizechef Norbert Hofer dementiert rassistische Aussagen.
  • weiter

SPÖ -Kampfpapier gegen die Steuerpläne der ÖVP. (Faksimile)
  • Der Rosenkrieg vor der Wahl ist eröffnet - und er wird "dirty". Doch die zweite Ehe winkt bereits.
  • weiter



Werbung




"The Doors"-Fans trauern

Ray Manzarek ist tot

20130521manzarek -  EPA/Jan Dzban Ray Manzarek ist tot. Der Organist der US-Band "The Doors" starb in einer Klinik im bayrischen Rosenheim im Alter von 74 Jahren... weiter




Filmemacher starb Horst Königstein im Alter von 67 Jahren in Hamburg

Abschied vom Pionier des Doku-Dramas

Die Manns "Die Manns" und "Speer und Er" tragen seine Handschrift: Horst Königstein, der renommierte Filmemacher und Pionier des Doku-Dramas, ist tot... weiter




Nach der Fußball-Laufbahn wurde er zum Star in der NFL

Ex-Teamspieler Toni Linhart gestorben

Toni Linhart Der ehemalige österreichische Fußball-Teamspieler und NFL-Profi Toni Linhart ist tot. Wie der österreichische Fußballbund (ÖFB) auf seiner Website... weiter




Unglück beim Training für den America's Cup

Olympiasieger Simpson verunglückt

20130510simpson - APAweb / AP, Noah Berger San Francisco. Der Segel-Sport trägt Trauer: Der britische Olympiasieger Andrew "Bart" Simpson ist am Donnerstag bei einem Trainingsunfall in der... weiter




Im Alter von 92 Jahren

Italienischer Modeschöpfer Ottavio Missoni gestorben

Ottavio Missoni - APweb / Luca Bruno Rom. Der italienische Modeschöpfer Ottavio Missoni ist am Donnerstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Der Designer starb in seiner Villa in Sumirago... weiter




Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof

Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi" Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York.

Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen: 21. 5. 2013: Schwere Zeiten für Fans des glänzenden Metalls: Der Goldpreis erklimmt keine neuen Höhen mehr, das Interesse der Anleger ist merkbar gesunken.

Werbung