• vom 10.05.2012, 11:17 Uhr

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Song Contest 2012

Letzter Schliff für Bakus Schlagerfest


Von Viola Bauer (APA)

  • Österreichischer Beitrag stößt bei Aserbaidschans Opposition auf Skepsis.

Fast fertig: Die "Crystal Hall" in Baku soll zu Aserbaidschans Visitenkarte werden. - APAweb / dapd / Jörn Haufe

Fast fertig: Die "Crystal Hall" in Baku soll zu Aserbaidschans Visitenkarte werden. APAweb / dapd / Jörn Haufe

Baku. Dutzende Arbeiter bohren, knien auf dem Boden und verlegen Steinfliesen. Viele Gesichter sind hinter selbstangefertigten Stoffmasken versteckt, der Wind wirbelt den Staub auf. Zwischen Baumaschinen und Erdhügeln herrscht geschäftiges Treiben. Es ist kaum zu glauben, dass in wenigen Wochen Tausende Menschen genau über diesen Platz in die "Crystal Hall" in Aserbaidschans Hauptstadt Baku strömen werden. Nach seinem Sieg beim Eurovision Song Contest (ESC) im vergangenen Jahr hat sich die autoritär regierte Kaukasusrepublik in dieses Großbauprojekt gestürzt.

Die alte Militärbasis auf der Landzunge am Kaspischen Meer musste dem Prestigeprojekt zur Austragung des diesjährigen ESC kurzerhand Platz machen. Die vor Anker liegenden, veralteten Kriegsschiffe wurden entfernt, monatelang wimmelte es von Hunderten Arbeitern, im Versuch den Kampf gegen die Zeit zu gewinnen. Vergangenes Monat verkündete eine aserbaidschanische Stiftung dann stolz, dass die Arbeiten an der Halle abgeschlossen seien. Der Hauptvertragspartner für den Bau der Crystal Hall ist die Alpine Bau Deutschland AG, eine Tochter des österreichischen Baukonzerns Alpine.

Bauen rund um die Uhr

24 Stunden in vier Schichten wird täglich gearbeitet. Der Boden und die Grünanlagen um die Halle sind noch nicht fertig. Drinnen wird noch an der Dekoration gearbeitet. Doch das wird den Journalisten nur erzählt, die glitzernde Halle mit den spitzen Glasplatten ist für sie eine "Secret Hall", eine Besichtigung ist nicht vorgesehen. Rund 16.000 Zuschauer sollen in wenigen Tagen für die Song-Contest-Finals hier Platz nehmen, vor einer Bühne, auf die Millionen Blicke von Fernsehzusehern aus ganz Europa gerichtet sind.

Die Augen tränen. Die Arbeiter sind den starken Wind vom Kaspischen Meer jedoch längst gewöhnt. Mit heftigem Peitschenschlag weht die aserbaidschanische Flagge auf einer Anhöhe neben der Halle im Wind. Nicht grundlos bedeutet Baku "die windige Stadt". Vor wenigen Monaten verwies Tadschikistan dank zusätzlicher drei Meter Aserbaidschans Fahnenmast (162 Meter) auf den zweiten Platz. "Unsere Fahne ist die höchste", heißt es nichtsdestotrotz stolz von vielen Aserbaidschanern (Aseris), um gleich mit dem nächsten Superlativ aufzutrumpfen.
Der längste Boulevard

Aber es gibt eine zweite Chance auf einen Rekord: "Unser Boulevard wird der längste sein." Die vor mehr als hundert Jahren angelegte Straße wurde, wie so vieles in Baku, in den vergangenen Jahren erneuert. Die sieben Kilometer wurden extra für den Song Contest um drei Kilometer verlängert. In den nächsten Jahren sollen weitere fünf Kilometer hinzukommen, um auch noch die aktuell führende Axe Historique in Paris, zu der auch die Champs Elysees gehören, überholen zu können.




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Baku

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-05-10 11:08:34
Letzte Änderung am 2012-05-10 11:11:53


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