Am Mount Everest kamen am Wochenende mindestens drei Alpinisten ums Leben. Am Sonntag starb ein deutscher Bergsteiger beim Abstieg auf der Südflanke des höchsten Berges der Welt an der Höhenkrankheit, wie ihr Tour-Organisator Asian Trekking Adventure am Montag mitteilte.
Nach Angaben des Tour-Organisators wurde die Leiches eines 44-jährigen Südkoreaners, der seit Samstag vermisst wurde, an einer als "der Balkon" bekannten Stelle nahe dem Gipfel des 8.848 Meter hohen Berges entdeckt. Nach nepalesischen Behördenangaben starb am Sonntag zudem eine aus Nepal stammende Kanadierin auf dem Berg. Auch bei ihr galt die Höhenkrankheit als Todesursache.
Ein chinesischer Bergsteiger und ein nepalesischer Bergführer galten nach Angaben von Asian Trekking Adventure am Montag noch als vermisst. Die meisten Todesfälle am Mount Everest gehen auf das Konto der Höhenkrankheit: Die Bergsteiger verausgaben sich beim Aufstieg und haben kaum noch Kraft für den Abstieg ins Basislager.
Massenandrang zum Gipfel
Der Mount Everest im Himalaya an der Grenze zwischen Nepal und Tibet ist mit 8.850 Metern der höchste Berg der Erde. Die erste erfolgreiche Gipfelbesteigung gelang dem Neuseeländer Edmund Hillary und dem Nepalesen Tenzing Norgay 1953. Nach Schätzungen waren inzwischen mehr als 3.600 Menschen auf dem Everest. In einzelnen Jahren werden mehr als 600 Besteigungen organisiert. Am 23. Mai 2010 drängelten sich sogar über 160 Menschen auf dem Gipfel.
Der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner und sein österreichischer Begleiter Peter Habeler erreichten 1978 den höchsten Punkt der Erde erstmals ohne Sauerstoffmaske. Der Nepalese Apa Sherpa bezwang ihn im vergangenen Jahr zum 21. Mal.
Auf der Gipfelroute sind auch kommerzielle Bergsteiger und Touristen unterwegs, die für den lebensgefährlichen Abenteuerurlaub bis zu 60.000 US-Dollar (rund 47.000 Euro) bezahlen. Die Rekordjagd auf den Everest hat bisher bis zu 300 Menschen das Leben gekostet. Sie starben durch Höhenkrankheit oder stürzten ab. Allein im Katastrophenjahr 1996 fanden zwölf Menschen auf dem Weg zum Gipfel den Tod. Umweltschützer und Bergsteiger kritisieren seit Jahren die wachsende Kommerzialisierung des Berges. Wegen zunehmender Umweltprobleme fordern sie, den Tourismus dort einzuschränken.
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