• vom 01.06.2012, 18:01 Uhr

Chronik

Update: 02.06.2012, 14:48 Uhr
  • Artikel
  • Fotosstrecke
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief
  • Empfehlen/Teilen



Queen Elizabeth II. sitzt auch nach 60 Amtsjahren fest im Sattel

Von Corgis, gebackenen Bohnen und den 21 Köpfen der Königin


Von Peter Nonnenmacher

  • Großbritannien feiert vier Tage lang das diamantene Thronjubiläum der Queen.

Was steckt hinter der Queen? Auch im 60. Amtsjahr bleibt der Mensch Elizabeth oft verborgen. - Pool Photograph/Corbis

Was steckt hinter der Queen? Auch im 60. Amtsjahr bleibt der Mensch Elizabeth oft verborgen. Pool Photograph/Corbis

London. Ein stolzes Jubiläum feiert Elizabeth II. an diesem Wochenende. 60 Jahre auf dem britischen Thron - das hat bislang allein Königin Viktoria geschafft. Drei Jahre und drei Monate bloß liegt Elizabeth jetzt nur noch hinter ihrer Ururgroßmutter zurück. Im September 2015 wird sie dienstältester Monarch der gesamten britischen Geschichte sein. Aber schon jetzt hat sie das zweite "elisabethanische Zeitalter" zu einer langen und denkwürdigen Ära gemacht. Zwölf Premierminister, von Winston Churchill bis David Cameron, hat sie in dieser Zeit zur wöchentlichen Audienz im Schloss empfangen. Tausende von Empfängen hat sie gegeben. Hunderte von Reisen in alle Welt absolviert.

Werbung

Zum Dank für ihre sechzigjährige Anstrengung "im Dienst des Staates" richtet man ihr nun in London viertägige Feiern aus. Vielerorts soll es Straßenpartys geben. Über den Pubs der Hauptstadt hängen schon Girlanden und Wimpel aus (die dann zur Fußball-EM gleich hängen bleiben können). Am meisten gespannt ist man hier aber auf den Flottenaufzug am Sonntag auf der Themse, an dem rund tausend Schiffe teilnehmen sollen. Und auf das Popkonzert vor dem Buckingham-Palast am Montagabend. Der "Diamond Gig", bei dem unter anderm Paul McCartney und Elton John auftreten, soll das größte Popkonzert aller Zeiten auf den Britischen Inseln werden. Sogar auf dem berühmten Balkon, heißt es, würde gerockt und gerollt.

Lilibet von vorn. Lilibet von hinten. Wohin man kommt in Großbritannien, ist sie schon da. Lilibet im Profil. Von links. Von rechts. Von allen Seiten. Von Bildern und von Karten grüßend. Nicht eine Briefmarke kommt ohne ihren Umriss aus. Sie ist das vertrauteste Gesicht der gesamten Insel. Ohne ihr Konterfei wäre das Königreich gar nicht vorstellbar. Die Ikone, die sie in all diesen Jahren wurde, hat freilich ihre Person eher verborgen als enthüllt. Künstler, denen sie Modell saß, fanden es schwer, hinter die königliche Maske zu sehen (wie eine Ausstellung der Britischen Nationalgalerie jetzt dokumentiert). Weniger Mühe hat sich da Madame Tussaud’s machen müssen. Das berühmte Wachsfigurenkabinett braucht nur dafür zu sorgen, dass es dem öffentlichen Eindruck möglichst nahe kommt.

In dieser Hinsicht ist die neueste Wachsfigur Ihrer Majestät zweifellos gelungen. Es ist die 23. seit 1952. Zwei Sitzungen waren dem Chef-Skulpteur des Kabinetts erlaubt, bevor die Figur gestaltet wurde. Bei einer Gelegenheit bat er die übermäßig lächelnde Königin, doch bitte den Mund zu schließen. "Das", fügte er hinzu, "sagen wahrscheinlich nicht viele Leute zu Ihnen" - und brachte die Queen noch mehr zum Lachen Die 22. Kopie ist mittlerweile in die Tussaud-Filiale in Blackpool verfrachtet worden. Die anderen 21 Köpfe sollen im Londoner Stadtteil Acton gelagert sein. Aber Genaues weiß niemand. Lilibets Köpfe sind ein Staatsgeheimnis.

Die Queen überlebensgroß: Seit einigen Tagen hängt auf einem Lagerhaus an der Themse ein riesiges Fotoplakat vom silbernen Thronjubiläum Elizabeths im Jahr 1977. Auch sonst kommt man an der Queen derzeit noch so gut wie nicht vorbei. Überall in Großbritannien hängen Girlanden und Wimpel in den Nationalfarben. reuters, corbis

Die Queen überlebensgroß: Seit einigen Tagen hängt auf einem Lagerhaus an der Themse ein riesiges Fotoplakat vom silbernen Thronjubiläum Elizabeths im Jahr 1977. Auch sonst kommt man an der Queen derzeit noch so gut wie nicht vorbei. Überall in Großbritannien hängen Girlanden und Wimpel in den Nationalfarben. reuters, corbis© REUTERS Die Queen überlebensgroß: Seit einigen Tagen hängt auf einem Lagerhaus an der Themse ein riesiges Fotoplakat vom silbernen Thronjubiläum Elizabeths im Jahr 1977. Auch sonst kommt man an der Queen derzeit noch so gut wie nicht vorbei. Überall in Großbritannien hängen Girlanden und Wimpel in den Nationalfarben. reuters, corbis© REUTERS

Im Dienste Ihrer Majestät operieren, wie man aus dem Kino weiß, die weltberühmten Doppel-0-Agenten des britischen Secret Service. Seine "Licence to Kill" verdankt James Bond dem Schutzschirm der Monarchie. Im engeren Sinne "dient" der Königin aber ein kleines Heer weniger spektakulärer Handlanger und Helfer. Rund 1200 Beschäftigte gehören dem königlichen Haushalt an. Ein Drittel davon, etwa 400, werden aus öffentlichen Mitteln bezahlt. Den Rest finanzieren die Windsors selber. Ein Betrieb mittlerer Größe sorgt sich ums Wohl der Queen. Dienstboten, Küchengehilfen, Zimmermädchen, Butler gehören dem Personal der Krone an. Dann gibt es Angestellte, die sich um die Pferde und Kutschen kümmern. Oder um die königlichen Finanzen. Ums Protokoll bei großen und kleinen Empfängen. Die vermaledeite Pressearbeit. Jedes Jahr werden 150 feste Posten neu vergeben. Und mehrere hundert "Sommer-Jobs". Als Fremdenführer für die Schlösser. Um diese Plätze bei Hofe bewerben sich viele Interessenten. Zugang zu den Palästen und ein Krönchen auf dem Arbeitszeugnis sind natürlich begehrt.

Gelegentlich gibt es mal Rummel um die schlechte Bezahlung. Dann verweist das Königshaus darauf, dass in der Regel auch freie Unterkunft, drei Mahlzeiten am Tag, die Benutzung des Schwimmbads im Buckingham-Palast und ein paar andere Vergünstigungen mit inbegriffen sind. Eine Audienz mit der Königin selbst steht ihnen nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit zu. Und eine zweite nochmal nach zwanzig Jahren.

Zum Sparen sieht sich selbst eine Königin bisweilen genötigt. Man kann es sich schlecht bei Hofe gut gehen lassen, wenn Mr. und Mrs. Jones knapp bei Kasse sind. Mit 33 Millionen Pfund muss die Queen dieses Jahr auskommen. Das klingt nach viel Geld, wiewohl Royalisten versichern, dass "die Firma" niemanden im Lande im Jahr mehr als den Preis einer Büchse gebackener Bohnen koste. Andererseits hat Elizabeth II. natürlich auch alle Hände voll zu tun, um allein schon ihre übers Königreich verteilten 160.000 Quadratmeter Wohnraum instand zu halten.




1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2013
Dokument erstellt am 2012-06-01 18:08:10
Letzte Änderung am 2012-06-02 14:48:47


Beliebte Inhalte



Ex-Telekom-Manager Fischer bekannte sich der Untreue teilschuldig. Er wollte Jörg Haider "einen Gefallen tun". apa/Hochmuth
  • Prozess um mutmaßliche Telekom-Zahlung an FPÖ startet mit Teilgeständnissen von Telekom-Angeklagten.
  • weiter

  • Grüne und Team Stronach trennt vor allem Prinzipielles und Persönliches.
  • weiter

Schafe in der Zieleinfahrt: Der Abfahrt-Hang in Schladming wird wieder als Weide genutzt, Skygate (Stahlbogen vor der Ziellinie) und Riesenbildschirm (links hinten) sind noch nicht ganz abgebaut . - Pock
  • Dringliche Anfrage der steirischen Grünen brachte wenig Licht ins Dunkel.
  • weiter

Handschlagqualität. Was Minister Klug (r.) vorgibt, wird Kommandant Commenda exekutieren. - apa
  • Othmar Commenda: Gehorsam gegenüber Politik als stärkste Waffe.
  • weiter

Der frühere FP-Werber Gernot Rumpold im Straflandesgericht Wien. - APAweb / Helmut Fohringer
  • Rumpold bekennt sich nicht schuldig.
  • weiter

Am "Internationalen Tag der Pflege" haben sich die Seniorenvertreter von SPÖ und ÖVP für die Abschaffung des Pflegeregresses in der Steiermark ausgesprochen. - APAweb / Barbara Gindl
  • Frühere Angleichung des Frauenpensionsalters für Khol "keine aktuelle Frage"
  • weiter

Alle Lehrer werden Master. Auch Volksschullehrer müssen länger studieren. - apa/Georg Hochmuth
  • Alle Sekundarlehrer erhalten dieselbe Ausbildung; Mobilität wird erhöht.
  • weiter

Michael Spindelegger will Kanzler werden und die ÖVP zur Nummer eins machen. - apa/Jäger
  • Ziel der ÖVP: 420.000 neue Arbeitsplätze bis 2018 - und ein ÖVP-Bundeskanzler.
  • weiter

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl bei seiner Rede über "Sozialtourismus". - APAweb / Robert Jäger
  • Hundstorfer ärgert sich über "Demagogie" der Freiheitlichen.
  • weiter

  • Vizechef Norbert Hofer dementiert rassistische Aussagen.
  • weiter




Werbung




"The Doors"-Fans trauern

Ray Manzarek ist tot

20130521manzarek -  EPA/Jan Dzban Ray Manzarek ist tot. Der Organist der US-Band "The Doors" starb in einer Klinik im bayrischen Rosenheim im Alter von 74 Jahren... weiter




Filmemacher starb Horst Königstein im Alter von 67 Jahren in Hamburg

Abschied vom Pionier des Doku-Dramas

Die Manns "Die Manns" und "Speer und Er" tragen seine Handschrift: Horst Königstein, der renommierte Filmemacher und Pionier des Doku-Dramas, ist tot... weiter




Nach der Fußball-Laufbahn wurde er zum Star in der NFL

Ex-Teamspieler Toni Linhart gestorben

Toni Linhart Der ehemalige österreichische Fußball-Teamspieler und NFL-Profi Toni Linhart ist tot. Wie der österreichische Fußballbund (ÖFB) auf seiner Website... weiter




Unglück beim Training für den America's Cup

Olympiasieger Simpson verunglückt

20130510simpson - APAweb / AP, Noah Berger San Francisco. Der Segel-Sport trägt Trauer: Der britische Olympiasieger Andrew "Bart" Simpson ist am Donnerstag bei einem Trainingsunfall in der... weiter




Im Alter von 92 Jahren

Italienischer Modeschöpfer Ottavio Missoni gestorben

Ottavio Missoni - APweb / Luca Bruno Rom. Der italienische Modeschöpfer Ottavio Missoni ist am Donnerstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Der Designer starb in seiner Villa in Sumirago... weiter




Nach Sony (PlayStaion 4) und Nintendo (WiiU) hat nun auch Microsoft seine Vision der zukünftigen Spielkonsolenwelt vorgestellt. Kinect Group Program Manager Scott Evans demonstrierte bei der Präsentation der "Xbox One" gleich einmal den neuen Kinect-Sensor, der nun nicht mehr als Zubehör erhältlich sein wird, sondern fix im Lieferumfang enthalten sein wird.

Mailands "neubabylonischer" Hauptbahhnhof Frankreich: Amandine Bourgeois - "L'enfer et moi"

Der Teil einer Installation des pakistanischen Künstlers von Imran Qureshi im Metropolitan Museum in New York. Die letzten Stufen werden noch eingekleidet, und dann kanns los gehen:

Werbung