• vom 20.07.2012, 13:37 Uhr

Chronik


Nachhaltigkeit

Reparieren statt für die Müllhalde kaufen




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Von Alicia Prager und Barbara Sorge

  • Reparaturnetzwerke wollen bereits seit Ende der 1990er Müllberge verkleinern.

Wien. Der Trend "Reparieren statt Wegwerfen" ist in den vergangenen Jahren vor allem auch bei den jüngeren Generationen stärker geworden, meint Elmar Schwarzlmüller, Betreuer des Reparaturnetzwerks Wien, beobachtet zu haben.

Das Reparaturnetzwerk Wien ist ein 1999 gegründetes Projekt mit dem Ziel, Kunden über Reparaturmöglichkeiten zu informieren und die Kooperation zwischen verschiedenen Reparaturbetrieben zu fördern. Inzwischen hat das Netzwerk 53 Mitgliedsbetriebe. Gemeinsam haben alle, dass sie auf Reparaturen spezialisiert sind und den Kunden nicht vorschnell zum Kauf eines neuen Produkts raten, wie das in Großmärkten mit Reparaturabteilung häufig der Fall ist.

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Am häufigsten zur Reparatur gebracht werden teure Haushaltsgroßgeräte, wie zum Beispiel Waschmaschinen, sowie Unterhaltungsgeräte, wie etwa Musikanlagen. "Häufig werden diese Geräte jedoch reparaturunfreundlich produziert. Beispielsweise werden die Gehäuse verschweißt. Öffnet man dann ein Gerät zur Reparatur, kann man es nachher nicht mehr schließen", erzählt Schwarzlmüller.

Neben geplanter Obsoleszenz mit dem Ziel, häufige Neuanschaffungen nötig zu machen, spielt auch die Billigproduktion eine große Rolle. Am Material wird gespart, um den Preis für ein Gerät senken zu können. Deshalb rät das Reparatur-Netzwerk Kunden zum Kauf von Qualitätsware. Ein genauerer Blick auf erhältliche Ersatzteile und die gebotene Garantie kann helfen, diese zu erkennen. Im Kampf gegen das Konsumverhalten der Wegwerfgesellschaft fordert Schwarzl-
müller: "Die Politik muss Regeln aufstellen! Die reparaturunfreundliche Produktionsweise sollte wirklich verhindert werden." Ob die Reparatur möglich ist, sei nämlich häufig eine Konstruktionsfrage.

Schwarzlmüller betont, dass jedoch auch Obsoleszenz von Kundenseite zu beachten ist. Konsumenten möchten die neueste Technik und Mode besitzen und werfen oft völlig intakte Gegenstände weg.

"Reparieren ist zwangsläufig unsere Zukunft"
Sepp Eisenriegler gründete bereits 1998 den sozialökonomischen Betrieb "R.U.S.Z" (Reparatur- und Service-Zentrum, Lützowgasse 12-14, 1140 Wien; Tel. 01/982 16 47-15). Schon damals war es die Intention des gelernten AHS-Geografielehrers, der Verschwendung von Ressourcen Einhalt zu gebieten, indem Geräte länger benutzt werden können. Im "R.U.S.Z." werden vor allem Haushaltsgroßgeräte repariert. Auch Mikrowellen oder Kühlgeräte können wieder instand gesetzt werden. Es gibt aber auch eine Abteilung für Unterhaltungselektronik - hier werden in jüngster Zeit vor allem Reparaturen von Flatscreens nachgefragt, allerdings werden auch alte Röhrengeräte funktionstüchtig gemacht.

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Dokument erstellt am 2012-07-20 13:44:03



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