
Seit Jahresbeginn treibt der gefährliche West-Nil-Virus im US-Bundesstaat Texas sein Unwesen. 17 Menschen sind bereits daran gestorben. Nun haben die Behörden in Dallas den medizinischen Ausnahmezustand ausgerufen.
"Die Stadt Dallas erlebt einen verbreiteten Ausbruch des von Moskitos übertragenen West-Nil-Virus", sagte Bürgermeister Michael Rawlings am Mittwoch. Das Virus werde vermutlich weiterhin schwere Krankheiten und Todesfälle auslösen. Vorübergehend aufgetaucht ist das Virus auch schon in Österreich.
Knapp 700 Fälle seit Jahresbeginn
Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben der US-Gesundheitsbehörden mindestens 693 mögliche oder nachgewiesene Infektionen mit dem West-Nil-Virus bekannt, 26 Tote gab es im ganzen Land. Der südwestliche Bundesstaat Texas führt die Statistik der Erkrankten mit 465 Infizierten an. Dallas, die neuntgrößte Stadt der USA, ist dabei am stärksten betroffen.
Der Grund für den ungewöhnlich starken Ausbruch der Krankheit in diesem Jahr könnte der milde Winter und ein regnerischer Frühling sein, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde von Texas, Christine Mann. Noch sei die genaue Ursache aber nicht klar. Die Bevölkerung wurde dazu angehalten, in der Morgen- und Abenddämmerung in Innenräumen zu bleiben und vor Verlassen der Häuser Moskitospray zu benutzen.
Vögel als Überträger
Vor allem Vögel tragen das West-Nil-Virus in sich, das erstmals 1937 in Uganda identifiziert wurde. Der Erreger wird von Stechmücken auf andere Wirte, darunter Menschen, übertragen. In den meisten Fällen ergeben sich durch die Infektion keine Symptome, es können aber auch Beschwerden wie hohes Fieber, Lähmungen und tödliche Gehirnhautentzündungen auftreten.
Das natürliche Reservoir der West Nile Viren sind Vögel. Sie sterben an den Infektionen. 2008/2009 wurde das Virus in toten Tieren auch in Österreich nachgewiesen. Auch bei Patientinnen in Österreich konnten Antikörper nachgewiesen werden. Am Referenzzentrum an der Abteilung für Virologie der MedUni Wien hatten die Experten nachträglich Blutproben von Patienten mit Virus-Erkrankungen des Zentralnervensystems auf West Nile Virus-Infektionen untersucht. Demnach wurde eine Infektion mit dem West Nil Virus bei Blutproben von zwei Patienten im Jahr 2009 und bei einem aus dem Jahr 2010 entdeckt. Im Jahr 2011 waren alle Proben negativ.
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