Wien. Studenten arbeiten mehr, haben real aber weniger Geld zur Verfügung - das ist das Ergebnis der "Studierenden-Sozialerhebung 2011". Demnach ist der Anteil der während des Semesters erwerbstätigen Studenten zwischen 2006 und 2011 von 58 auf 63 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs deren wöchentlicher Zeitaufwand für den Job von durchschnittlich 19,1 auf 19,8 Stunden. Das monatliche Einkommen der Studenten ist dagegen gesunken.
47 Prozent der Studenten arbeiten während des ganzen Semesters (2006: 40 Prozent), 16 Prozent gelegentlich (2006: 18 Prozent), 37 Prozent gehen keiner Erwerbstätigkeit nach (2006: 42 Prozent). Am seltensten sind Medizin- und Veterinärmedizin-Studenten erwerbstätig, am häufigsten Kunststudenten bzw. Studierende in individuellen Studien.
Monatliches Budget bei 1.004 Euro
2011 verfügte der Durchschnitts-Student über ein Budget von monatlich 1.004 Euro (Frauen: 970 Euro, Männer 1.050 Euro). Davon stammen 419 Euro aus Erwerbstätigkeit, 244 Euro kommen von der Familie, 140 aus Naturalleistungen, 77 aus Studienförderung und 124 aus sonstigen Quellen (z.B. Waisenpension, Wohnbeihilfe, Unterhaltszahlungen, Kapitalerträge, Kinderbetreuungsgeld). Das entspricht einem realen Minus von zwei Prozent gegenüber der letzten direkt vergleichbaren Erhebung 2009 (968 Euro). Der methodisch etwas anders erhobene und daher nicht direkt vergleichbare Wert für 2006 betrug 1.018 Euro.
Demgegenüber sind die Ausgaben der Studenten seit 2009 um drei Prozent auf monatlich 930 Euro gestiegen. Überdurchschnittlich stark angewachsen sind die Kosten für Wohnen (plus neun Prozent) und für Ernährung (plus fünf Prozent). 29 Prozent der Studenten gaben an, sehr starke (zehn Prozent) bzw. starke (19 Prozent) finanzielle Schwierigkeiten zu haben.
Keine rosige soziale Lage
Die stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH), Angelika Gruber, sieht durch die Erhebung "ganz klar belegt, dass die soziale Lage der Studierenden nicht ganz so rosig ist wie man es sich wünschen würde". "Schockierend" sei etwa, dass nur 15 Prozent der Studenten Studienbeihilfe erhalten, so Gruber bei einer Pressekonferenz. Es sei auch nur schwer vorstellbar, dass man mit der Höchststudienbeihilfe von 674 Euro pro Monat - die außerdem nur ein Prozent der Studenten erhielten - auskommen könne, geschweige denn mit der durchschnittlich ausbezahlten Beihilfe von 272 Euro monatlich.
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