Wien. Die Statistik zeigt es schwarz auf weiß: Die Luft in Österreich ist deutlich reiner geworden - wofür vor allem die privaten Haushalte zu loben sind. Laut der Statistik Austria ist die Belastung durch Schadstoffe und Treibhausgase seit 1995 stark zurückgegangen - einzige Ausnahme dabei sind Kohlendioxid (CO2) und Stickoxide (NO und NO2).
Die Zunahme der Stickoxidbelastung erklärt der Luftchemiker Bernd Krüger von der Wiener Boku im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" mit den Partikelfiltern in Dieselfahrzeugen: "Dadurch konnte zwar die Feinstaubbelastung gesenkt werden, bei der Filterung entsteht aber NO2." Autofahrer stehen also quasi vor der Wahl zwischen Pest und Cholera. Krüger fügt zwar hinzu, dass "die Belastung pro gefahrenen Kilometer geringer geworden ist" - es werden jedoch auch immer mehr Kilometer gefahren.
Dass die meisten anderen Luftschadstoffe hingegen zurückgegangen sind, wertet der Luftchemiker als großen Erfolg, vor allem beim Schwefeldioxid. Hier ortet er bereits einen längeren Trend seit den 1980ern, "das ist mit dem Kampf gegen den sauren Regen losgegangen, neben der Reduktion der Industrieemissionen waren dafür auch der schwefelarme Sprit und die Reduzierung der Kohleheizung ausschlaggebend". Beim Kohlenmonoxid bewertet er die Reduktion ähnlich positiv.
Auch Ammoniak, ein typisches Produkt der Landwirtschaft, wurde weniger emittiert. Hier und beim Methan sorgt die verbesserte Abluftreinigung für eine spürbare Reduktion. Und auch dass Gülle als Biogas genutzt - und dabei in Behältern eingeschlossen - wird, hat positive Effekte.
Weniger Kohlenwasserstoffe

Krüger weist darauf hin, dass offenbar auch die Kohlenwasserstoffe zurückgegangen sind. Hier gibt es aber immer noch viele Emissionen, etwa durch Lösungsmittel bei Straßenmarkierungen, Verdampfungen bei Autotanks (vor allem in der Sonne), Herstellung und Transport fossiler Brennstoffe - aber auch durch Kosmetikartikel. "Es gibt auch noch sehr viele natürliche Kohlenwasserstoff-Emissionen durch Pflanzen, die sich wiederum positiv auswirken", erklärt Krüger.
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