Wien. (sf) Wenn in den eigenen vier Wänden kein Platz mehr ist, bieten professionelle Anbieter Abhilfe: Sie vermieten Abstellräume von einem bis zu 50 Quadratmetern Größe - ab 25 Euro pro Monat. "Unsere Kunden lagern alles Mögliche ein - von Büchern über Skier bis zur Dirndlsammlung oder Modell-Eisenbahnen", sagt Martin Gerhardus, der MyPlace-Selfstorage vor 14 Jahren mit Partnern gegründet hat. Ein Börsengang des Unternehmens mit Sitz in Wien sei in den kommenden drei oder vier Jahren denkbar. Selfstorage kommt ursprünglich aus den USA und Großbritannien, wo es mittlerweile 800 Anlagen gibt. In Österreich und Deutschland ist der Markt laut Gerhardus noch "unterentwickelt".
Auf Großstädte ausgerichtet
Zu den Kunden gehören überwiegend Privatpersonen, die aus den verschiedensten Gründen Platz brauchen: Nach einer Scheidung, weil sie für längere Zeit ins Ausland gehen oder weil sie sich nicht von Sachen trennen können. Auch Obdachlose nutzen die Abteile für ihr Hab und Gut. Zu den Kunden zählen aber auch Gewerbetreibende, die Unterlagen oder Werkzeug einlagern.
Von den insgesamt 20 Selfstorage-Anlagen in Österreich gehören acht zu MyPlace, der mit 18.000 Kunden und 35 Standorten im deutschsprachigen Raum Selfstorage-Marktführer ist. Sechs der acht Standorte befinden sich in Wien, je einer in Linz und Graz. "Unser Produkt ist auf große Ballungszentren mit mehr als 200.000 Einwohnern ausgerichtet", sagt Gerhardus.
Der nächstgrößere Konkurrent, Mike’s Box, verfügt über zwei Standorte in Wien - und bietet auch Boxen speziell für Fahrzeuge an. Die übrigen zehn Anlagen in Österreich sind Lagerhallen von kleineren Anbietern.
Gerhardus erwartet in naher Zukunft keine neue Konkurrenz, weil der Kauf und Umbau einer Anlage eine große Markteintrittsbarriere sei. "Das ist eine langfristige Investition, aber wir sind mit derzeit 60 Prozent vermieteter Abstellfläche profitabel." Die MyPlace-Selfstorage-Gruppe machte im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 30. April) 25 Millionen Euro Umsatz, vier Millionen mehr als im Jahr davor. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein Plus im gleichen Ausmaß angepeilt. Der Markt wächst langsam, aber stetig: Gerhardus rechnet mit 5 bis 15 Prozent plus pro Jahr.
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