Bad Aussee.

Ursprünglich war die Rede davon, dass am Plateau neben den drei Hotelblöcken lediglich ein Ersatzbad für das zum Abbruch verdammte Vitalbad im Zentrum von Bad Aussee errichtet werde. Zufällig wurde bekannt, dass in einer zweiten Bauphase - je nach Bedarf - bis zu zehn weitere solcher Blöcke folgen sollen. Finanziert wird das 26-Millionen-Euro-Projekt Narzissenbad zum Großteil durch die Oberland-Aussee Projektverwaltungs GmbH rund um Hohenberg, bei der zu 30 Prozent der prominente russische Autohändler Sergey Petrov beteiligt ist. Viele Ausseer befürchten deshalb eine alkoholintensive Schickimicki-Szene vor ihrer Haustüre. Stadtamtsdirektor Joachim Schuster beruhigt: "Zu uns kommen russische Gäste allenfalls erst dann, wenn ihre Gesundheit vom Alkohol schon angeschlagen ist", scherzt er. "Unsere Zielgruppe sind Touristen ab 45 Jahre, die etwas für ihre Gesundheit tun wollen und Erholung suchen."
Öffentliches Schwimmbad
Der Gesundheits-Schwerpunkt hat allerdings einen Schönheitsfehler: Das neue Sportbecken wird um einige Meter kürzer als das alte, nämlich nur 16 Meter. "Will man nicht nur plantschen, sondern Ausdauer und Bewegungsapparat trainieren, sind abgegrenzte Bahnen nötig, die länger als 20 Meter sind. Sonst muss man ständig Pausen machen oder umdrehen", sagt Christina Herbst, Sporttrainerin, zur "Wiener Zeitung".
Für Schuster ist die Länge des Beckens wiederum eine Frage des Geldes: "Wenn man wen hat, der das zahlt, ist ein langes Becken kein Problem." Mit der Investorengesellschaft habe man vereinbart, dass das neue Bad an 330 Tagen im Jahr der Bevölkerung offen stehen müsse, die Nettopreise dürfen nicht höher als 12 Euro sein. Und wie im alten würde es auch im neuen Bad Schulschwimmer und Kuranwendungen geben.
Am Plateau sind inzwischen die Bagger aktiv. Doch die Gegner geben sich nicht geschlagen. Die Ausseer FP will gemeinsam mit den Grünen und Grills Initiative Unterschriften für eine Bürgerbefragung sammeln. Grill bleibt realistisch: Gegen den rechtskräftigen Bebauungsplan, im Gemeinderat mit rot-schwarzer Mehrheit beschlossen, könne man schwer vorgehen. Er bemühe sich daher vor allem um Schadensminderung: Zumindest die Fassade des Kurbades sollte geändert werden, damit sie besser in die Umgebung passe. "Und damit es nicht mehr so weh tut, dass man so viel Geld für eine so billige Lösung ausgibt", fügt er hinzu.
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