• vom 15.10.2012, 16:23 Uhr

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Nach 18 Monaten Bauzeit geht "MedAustron" sukzessive in Betrieb

Die Krebstherapie der Zukunft


Von Petra Tempfer

  • Forschung und Behandlung im Fokus des Millionen-Projekts.

Krebszellen im Visier: Mittels Ionenstrahlen werden sie im Teilchenbeschleuniger zerstört. Das Modell der europäischen Organisation für Kernforschung in Genf (im Bild) stand Pate für die Anlage in Österreich. - © EPA

Krebszellen im Visier: Mittels Ionenstrahlen werden sie im Teilchenbeschleuniger zerstört. Das Modell der europäischen Organisation für Kernforschung in Genf (im Bild) stand Pate für die Anlage in Österreich. © EPA

Wiener Neustadt. Sie zerstören den Tumor etwa dreimal so effektiv wie die Strahlen in der herkömmlichen Krebstherapie: die Strahlen von Ionen und Protonen, die zudem das umliegende Gewebe besser schonen, weil sie sich millimetergenau steuern lassen. Diese positiv geladenen Atomkerne (Protonen) sowie ebenfalls elektrisch geladenen Kohlenstoffionen stehen im Fokus des neuen Krebsforschungs- und Behandlungszentrums "MedAustron", das in Wiener Neustadt errichtet worden ist.

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Nach 18 Monaten Bauzeit wurde es in der Vorwoche von den ersten Forschern bezogen. Nun soll es stufenweise in Betrieb gehen. Patienten werden allerdings erst 2015 behandelt werden. Ziel sind 1400 Patienten und 24.000 Bestrahlungen (auf E-Card) pro Jahr. "Wesentliche Teile der neu entwickelten Medizintechnik werden von den Testständen bei den Herstellern zu "MedAustron" übersiedeln", sagt Geschäftsführer Bernd Mößlacher - und spricht damit das europäische Kernforschungszentrum (Cern) in Genf in der Schweiz an. Hier sind noch immer 50 "MedAustron"-Mitarbeiter im Einsatz, um das Herz des Krebszentrums zu übersiedeln: den Teilchenbeschleuniger, in dem künftig die Krebszellen mittels Ionenstrahlen zerstört werden sollen. Ein Ring hat 80 Meter Durchmesser und besteht aus rund 700 Tonnen Stahl.

Bund übernahm Geschäftsteile
Mößlacher verweist auf eine weitere seiner Ansicht nach innovative Technologie: Die Steuerungssoftware für den Behandlungsablauf, die gemeinsam mit der Paracelsus Medizinischen Universität (PMU) Salzburg entwickelt wird. "Das beginnt bei der Registrierung der Patienten, der Bebilderung der Tumore, der Berechnung der Strahlung bis hin zur Programmierung des Roboterarmes", so Mößlacher. Das Unternehmen stellt der PMU dafür 3,2 Millionen Euro zur Verfügung.

Insgesamt kostet das Projekt 200 Millionen Euro - um vier Millionen mehr als 2004 veranschlagt, was bereits der Rechnungshof kritisiert hatte. Die Summe teilen sich Bund, Land und Wiener Neustadt. Erst zu Beginn dieses Monats hatte Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle bekannt gegeben, dass der Bund Geschäftsteile von "MedAustron" und damit maximal 41 Millionen Euro an Errichtungs- sowie 118 Millionen Euro an Betriebskosten über 14 Jahren hinweg übernimmt. Die Patienten hätten zwar Vorrang, so Töchterle, vertraglich sei allerdings gesichert, dass TU und MedUni Wien den Ionenstrahl zu Forschungszwecken nutzen können.




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Krebszentrum, MedAustron

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Dokument erstellt am 2012-10-15 16:30:08


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