• vom 23.09.2014, 17:48 Uhr

Chronik


Katholische Kirche

"Jahr der Orden" soll diese "mitten im Leben" zeigen




  • Artikel
  • Lesenswert (2)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Heiner Boberski

  • Österreichische Gemeinschaften greifen Initiative von Papst Franziskus für das Jahr 2015 "kreativ" auf.

Wien. Der Anstoß kam von Papst Franziskus, die Betroffenen in Österreich haben den Ball gern aufgenommen. Der im März 2013 gewählte Bischof von Rom will 2015 das "geweihte Leben" in den Mittelpunkt stellen, Österreichs Ordensgemeinschaften wollen diese Anregung, so Abtpräses Christian Haidinger, "kreativ" aufgreifen. Sie haben nun das "Jahr der Orden 2015" ausgerufen. Unter dem Motto "Freiraum für Gott und die Welt" geht es mit der Herbsttagung der Orden (23. bis 25. November 2014) los, bei der Herbsttagung 2015 soll ein Resümee gezogen werden. In Rom endet das "Jahr des geweihten Lebens" offiziell am 2. Februar 2016.

Für Beatrix Mayerhofer, Vorsitzende der Frauenorden in Österreich, soll 2015 das Ordensleben als Leben der Hingabe an Gott und in seiner Bedeutung in der katholischen Kirche besonders zum Vorschein gebracht werden. Es sei, wie sie in einer Pressekonferenz in Wien betonte, ein Jahr, "das uns herausfordert und uns geschenkt ist".

Werbung

"Asyl geht ganze Gesellschaft an"
Dass die Orden "mitten im Leben" stehen, soll "mitten in der Woche" deutlich werden. "Mittwoch ist Ordenstag" lautet die von Christian Haidinger, dem Vorsitzenden der Superiorenkonferenz und damit höchsten Repräsentanten der Männerorden im Land, verkündete Devise. An diesem Tag wollen die Orden zu Veranstaltungen, Mitleben, Gebet einladen, aber auch durch ein Hinausgehen an öffentliche Orte Präsenz zeigen. Als Träger von Schulen und Krankenhäusern seien die Orden bekannt, so Haidinger, sie leisteten aber auch sonst viele Beiträge zur Lösung von Problemen der Gegenwart, etwa bei der Unterbringung von Asylwerbern.

"Wir kümmern uns in dieser Frage, aber das ist eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft", ergänzte Beatrix Mayerhofer. Die Frauenorden unterstützten auch besonders die Initiative "Solwodi" (Solidarity with Women in Distress), die den Frauenhandel bekämpft: "Wir solidarisieren uns mit diesen Frauen, aber eigentlich ist es ein Männerproblem."

Dass die Zahlen der Ordensleute in Österreich rückläufig sind, schreckt Mayerhofer nicht. Wichtig sei, dass die Anliegen weiter wahrgenommen werden. Haidinger erinnerte daran, dass dem Stift Kremsmünster 1663 nur drei Mönche angehörten, 1777 zählte man die Rekordzahl von 113, heute halte man bei rund 50.

Elisabeth Plach, Vorsitzende der Säkularinstitute - sie umfassen Laien, die gemäß den "evangelischen Räten" (Ehelosigkeit, Armut, Gehorsam) leben -, fühlt sich durch Worte von Papst Franziskus vom Mai 2014 an Mitglieder der Säkularinstitute ermuntert: "Verliert nicht den Mut! Ihr gehört zu jener armen Kirche im Aufbruch, von der ich träume."




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2016
Dokument erstellt am 2014-09-23 17:53:02



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Zu viel zum Sterben
  2. Beziehungsstatus: Kompliziert
  3. Der manipulierte Kunde
  4. Die versteckte Krankheit
  5. "Das ist nicht mehr mein Land"
Meistkommentiert
  1. Hofer fordert Stopp für Einbürgerungen von Türken
  2. Duzdar will verstärkt Migranten für Öffentlichen Dienst
  3. Und wieder droht der Abgrund
  4. "Das ist nicht mehr mein Land"
  5. Kern und Moslem-Vertreter betonen "gemeinsame Verantwortung"

Werbung