• vom 16.06.2015, 20:18 Uhr

Chronik

Update: 17.06.2015, 07:55 Uhr

Bevölkerungsentwicklung

Das Land dünnt aus




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  • Österreich wächst bis 2030 um 700.000 Menschen.



Wien. (pech) Die Obersteiermark, Unterkärnten, das Waldviertel, inneralpine Siedlungen - diese Regionen Österreichs verbindet eines: Sie schrumpfen. Und das, obwohl die Bevölkerungszahl Österreichs wie bisher auch in Zukunft wachsen wird. Zuwächse wird es dabei fast ausschließlich in den großen Städten (rund 20 Prozent bis 2030) und deren Umland geben. In den entlegenen Regionen ist mit Bevölkerungsrückgängen zwischen fünf und zehn Prozent zu rechnen. Das zeigt die am Dienstag veröffentlichte kleinräumige Bevölkerungsprognose der Statistik Austria.

Die Bevölkerung wird von 2014 bis 2030 um 706.000 Personen - von 8,5 Millionen auf 9,2 Millionen - wachsen. Und dieses Bevölkerungswachstum wird, wie in der Vergangenheit, hauptsächlich auf Zuwanderung (plus 667.000 Menschen) beruhen. Nur ein Zuwachs von 39.000 Menschen ergibt sich durch mehr Geburten.

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In erster Linie gewinnen die städtischen Regionen stark an Bevölkerung. Dazu zählen die meisten Wiener Gemeindebezirke sowie die an Wien angrenzenden Regionen Niederösterreichs, aber auch die Landeshauptstädte und deren Umland, insbesondere Innsbruck, Graz und Eisenstadt.

Die Regionen mit den stärksten Bevölkerungsverlusten sind in der obersteirischen Mur-Mürz-Furche, in Kärnten abseits des Zentralraumes Klagenfurt-Villach sowie im nördlichen Waldviertel zu finden. Es handelt sich dabei um eher periphere Regionen mit schwächerer Wirtschaftsstruktur, die mit höherer Abwanderung und Geburtendefiziten zu kämpfen haben.

170611bevölkerung

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Das bedeutet: Periphere Gebiete schrumpfen, Städte wachsen, und der Zuwachs ergibt sich durch Zuwanderung. Daraus ergibt sich eine Alterung der Bevölkerung in der Peripherie. Regionalökonom Peter Mayerhofer vom Wirtschaftsforschungsinstitut konstatiert zu dieser Entwicklung: "Aufhalten kann man das nicht."

Es sei jetzt schon festzustellen, dass in bestimmten ländlichen Industriegebieten junge Menschen für Lehrberufe fehlen - bis 2030 werde die Alterskohorte der Lehrlinge noch einmal um 20 Prozent unter der von 2010 liegen. Für die Unternehmen werde das zunehmend ein Problem. Aber, so Mayerhofer, man könne gegensteuern. Es brauche ausreichend Kinderbetreuungsplätze, es müssten dezentrale Zentren gebildet und Siedlungsteppiche vermieden werden. Es müsse in allen Teilgebieten des Landes Wachstum generiert und so ökonomische Voraussetzungen geschaffen werden, um junge Menschen in der Region zu halten. Und wichtig sei, sagt Mayerhofer, dass die Bezirkszentren urbane Lebensqualität schaffen und so die Attraktivität der Region erhöhen. Es sei aber klar: "Nicht jedes Dorf, das wirklich peripher ist, wird in 300 Jahren noch existieren." Ökonomisch gesehen, sei eine stärkere Konzentration auf Städte positiv, weil die Produktivität dort höher sei, sagt Mayerhofer.

Für die Städte bedeutet der Zuzug eine Herausforderung. Wien wächst pro Jahr um 30.000 Einwohner. Raumplaner und Architekt Albert Wimmer hält daher die bauliche Verdichtung in der Stadt für ebenso wichtig wie einen Ausbau in die Breite. Außerdem müssten durch Grätzelbildungen Identitäten geschaffen werden und nicht zuletzt müssten durch nachhaltiges Bauen ständige Anpassungen und Umnützungen möglich gemacht werden.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-06-16 18:23:13
Letzte nderung am 2015-06-17 07:55:59



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