• vom 03.10.2015, 10:43 Uhr

Chronik

Update: 03.10.2015, 10:46 Uhr

Lange Nacht der Museen

Lange Nacht der Grausamkeiten




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Von Petra Tempfer

  • 731 Museen in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag für Besucher offen.



Wien. Babyskelette mit Wasserköpfen, von Syphilis zerfurchte Gesichter und eine schwarze Lunge: Verstörende Details wie diese können Besucher der Langen Nacht der Museen in den Schausälen der pathologisch-anatomischen Sammlung in Wien erleben. Von Samstag 18 Uhr bis Sonntag um ein Uhr Früh stehen 731 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein offen, sofern man ein Kombi-Ticket um 13 Euro erstanden hat (11 Euro ermäßigt, Kinder bis 12 frei; Ticket gilt auch für die Öffis). Die Lange Nacht findet zum 16. Mal statt, der Initiator ORF zählte bisher fünf Millionen Besucher.

Die Auswahl an Museen ist freilich groß, Besucher werden nur einen Bruchteil davon schaffen - um mehr zu besichtigen, ist selbst eine lange Nacht zu kurz. Allein in Wien kann man unter 127 Museen wählen. Für all jene, die sich nicht entscheiden können, hat sich die "Wiener Zeitung" auf eine Tour durch Wien begeben und eine Auswahl getroffen. Eine Auswahl, die zugegebenerweise nicht das pulsierende, lebendige Wien, sondern dessen morbide Seite beleuchtet. Es ist eine Reise durch die Nacht, durch dunkle Epochen der Geschichte - und durch die Auswüchse des Grauens, die Krankheit und Tod mit sich bringen.

Information

Die "Wiener Zeitung" hat eine Tour für Wien zusammengestellt - und zwar durch die dunkle, morbide Seite der Stadt.


Krankheit und Tod
Krankheit und Tod - was liegt da näher, als die pathologisch-anatomische Sammlung im Narrenturm (auch "Guglhupf" genannt) in Wien-Alsergrund zu besuchen. Die ehemals erste Anstalt Europas, die zur Behandlung Geisteskranker errichtet worden war, beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung an Präparaten zur Geschichte der Krankenversorgung im ausgehenden 18. Jahrhundert. Feucht-, Skelett- und Wachspräparate zeugen von der Entwicklung der Medizin - und den Endstadien von Krankheiten, als die medizinische Versorgung noch wenig ausgereift war.

Der Tod war ein ständiger Begleiter. Die meisten Verstorbenen Wiens wurden seit 1874 auf dem Zentralfriedhof in Simmering bestattet, den Angehörige aufgrund der Trostlosigkeit des Areals allerdings selten besuchten. Im Vorjahr wurde unter der Aufbahrungshalle 2 das Bestattungsmuseum eröffnet, davor war es in der ehemaligen Zentrale der Bestattung Wien in der Goldeggasse einquartiert. Es führt durch die Wiener Bestattungs- und Friedhofskultur vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute. Auch die Halle selbst, wo Prominente wie Curd Jürgens oder Falco aufgebahrt waren, ist in der Langen Nacht der Museen geöffnet. Besonders Nervenstarke dürfen in Särgen probeliegen, künstlerisch Ambitionierte können diese bemalen.

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Lange Nacht der Museen

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Dokument erstellt am 2015-10-02 15:38:04
Letzte nderung am 2015-10-03 10:46:08



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