• vom 09.11.2015, 16:33 Uhr

Chronik

Update: 09.11.2015, 20:15 Uhr

Religion

Ostkirchen im Aufwind




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Von Mathias Ziegler

  • Anders als die katholische Kirche hat die Orthodoxie keinen Mitgliederschwund. In Wien wird sogar eine neue Kirche gebaut.

In vier Jahren soll die neue rumänisch-orthodoxe Kirche in Wien eröffnet werden.

In vier Jahren soll die neue rumänisch-orthodoxe Kirche in Wien eröffnet werden.



Wien. Während die katholische Kirche in Österreich derzeit eine Strukturreform als Reaktion auf den Rückgang der Gläubigen durchführt, sind die orthodoxen Kirchen im Wachsen begriffen. Mit fast einer halben Million Mitgliedern liegen sie sogar vor den evangelischen Kirchen (315.000 Mitglieder). Wie viele sie genau sind, kann man nur schätzen. "Weil es keine Tradition des Kirchenbeitrags gibt, gibt es keine exakten Mitgliederzahlen", sagt dazu Erich Leitenberger, Sprecher der Stiftung Pro Oriente.

In den vergangenen Jahren haben auch mehrere katholische Gotteshäuser in Wien im Zuge von Pfarrfusionen den Besitzer gewechselt: So wurde die Pfarrkirche Neulerchenfeld im 16. Bezirk an die serbisch-orthodoxe Kirche übergeben, Maria vom Berge Karmel im 10. Bezirk an die syrisch-orthodoxe Kirche und St. Antonius im 15. Bezirk an die rumänisch-orthodoxe Kirche. Die Rumänen bauen darüber hinaus sogar noch eine neue Kirche an der Bruno-Marek-Allee im Stadtentwicklungsgebiet auf dem früheren Nordbahnhofgelände im 2.Bezirk. Das Modell dafür wurde nun in Wien beim Medienempfang zur Vollversammlung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich vorgestellt.

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Die Architekten Georg Baldass und Mihaela Ionescu lassen sich dabei von der Architektur der berühmten Klosterkirchen der nördlichen Moldau und der südlichen Bukowina mit ihrem flächendeckenden Freskenschmuck an den inneren und äußeren Wänden inspirieren. "Mich hat dort besonders die schlichte Stille fasziniert. Diese Kirchen aus dem 15. Jahrhundert sind in ihrer Einfachheit immer noch zeitgemäß", erklärt Baldass. Baubeginn ist 2017, Mitte 2019 soll die erste Liturgie in der neuen Kirche gefeiert werden. Bis die Innenausschmückung komplett fertig ist, kann es dann aber laut Baldass noch gut zehn Jahre dauern. Zudem ist ein neues orthodoxes Kloster geplant.

Erzpriester Emanuel Nutu von der rumänisch-orthodoxen Kirche ist zu Recht stolz auf das Projekt: "Eine Kirche wird nicht alltäglich gebaut. Die Errichtung einer neuen Kirche ist das bedeutendste und heiligste Werk einer Kirchengemeinschaft und der Beweis des lebendigen Glaubens. Die neue Kirche ist aber auch eine Notwendigkeit für unsere Glaubensgemeinschaft, und für uns in der Diaspora bedeutet sie auch ein Stück Heimat." Nutu ist der Stadt Wien und vor allem Bezirksvorsteher Karlheinz Hora dankbar für die bisherige Unterstützung.

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Schlagwörter

Religion, Kirchen, Orthodoxie

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-09 16:38:03
Letzte nderung am 2015-11-09 20:15:07





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