• vom 11.11.2015, 11:58 Uhr

Chronik

Update: 11.11.2015, 12:30 Uhr

Umweltschutz

Unerwartet wenig schlechte Luft




  • Artikel
  • Kommentare (1)
  • Lesenswert (4)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von WZ Online / APA

  • Österreichs Treibhausgas-Emissionen sind um satte vier Prozent gesunken.

Wien/Paris. Ausgerechnet der Klimawandel sorgt dafür, dass Österreich seine Treibhausgas-Emissionen 2014 senken konnte: Wie Klimaexperte Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt erklärte, wurde während des extrem warmen Winters in diesem Jahr weniger geheizt, wodurch auch weniger CO2 emittiert wurde. Die Emissionen sanken immerhin um vier Prozent.

Die Experten gingen bei einem Pressegespräch am Montagabend auch davon aus, dass Österreich aus eigener Kraft sein 2020-Ziel erreichen kann. Der Rückgang 2014 ist nämlich kein glücklicher Ausrutscher: Seit 2005 sind die Emissionen beinahe jedes Jahr zurückgegangen. "Die Emissionen haben sich vom Wirtschaftswachstum entkoppelt", unterstrich Schneider. So ist die Wirtschaft seit 2005 um elf Prozent gewachsen, gleichzeitig sanken die Emissionen um 14 Prozent.


76,2 Millionen Tonnen Treibhausgase

Das Ergebnis im Detail: Insgesamt wurden im Vorjahr 76,2 Millionen Tonnen Treibhausgase (2013: 79,6) emittiert. Auch in dem Bereich, in dem die EU-Klima-Ziele formuliert sind, bilanziert Österreich gut: In den Wirtschaftssektoren, die nicht wie große Energie- oder Industrieanlagen dem Emissionshandel unterliegen, wurden 48,1 Millionen Tonnen ausgestoßen. Das Ziel für 2014 lag bei 52,1 Millionen Tonnen. Den Löwenanteil hatten dabei erneut der Verkehr und die Industrie.

Irrt die EU-Umweltbehörde?

Schneider ging - im Gegensatz zur EU-Umweltbehörde, die Österreich unlängst attestierte, als eines von vier EU-Ländern seine Klima-Ziele nicht zu erreichen - davon aus, dass Österreich seine Klimaverpflichtungen bis 2020 sehr wohl einhalten kann. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass weitere Maßnahmen wie etwa eine wirksame Umsetzungen des Energieeffizienz-Gesetzes durchgeführt und bestehende Mittel wie etwa im Wohnbau nicht zurückgenommen werden.

Viel schwieriger als die Klimaziele 2020 (Reduktion der Treibhausgase um 20 Prozent zum Vergleichsjahr 1990, Anm.) sind allerdings die EU-Ziele 2030 zu erreichen. Bis dann sollen in den EU-Ländern nämlich gleich um 40 Prozent weniger CO2 emittiert werden. "Dafür braucht es noch große Anstrengungen. Szenarien zeigen da einen klaren Handlungsbedarf, aber auch große Potenziale für die Emissionsreduktion in allen Sektoren", sagte Schneider.

Fokussierte Forschungspolitik nötig

Nötig wären Steigerungen etwa bei der thermischen Qualität von Gebäuden und beim Ausbau erneuerbarer Energieträger, die Forcierung des Öffentlichen Verkehrs und von Elektrofahrzeugen sowie neue Technologien für die Speicherung. "Zudem braucht es eine fokussierte Forschungspolitik und Energiepreise, die den Umweltauswirkungen der Energieträger Rechnung tragen", sagte Schneider.




Schlagwörter

Umweltschutz, Österreich, Luft

1 Leserkommentar




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2015-11-11 11:59:27
Letzte nderung am 2015-11-11 12:30:56



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Rollentausch
  2. Explosion im Gaswerk Baumgarten
  3. Ist jedes Kind gleich viel wert?
  4. Säureaustritt mit mehreren Schwerverletzten
  5. Internationale Gasleitungen wieder in Betrieb
Meistkommentiert
  1. Beschäftigungsbonus vor dem Aus?
  2. Strafende Bildungs(un)gerechtigkeit
  3. Es darf geraucht werden
  4. 12-Stunden-Tag wird kommen
  5. "Spender haben Ziel erreicht"

Werbung




Werbung


Werbung