• vom 25.02.2016, 09:00 Uhr

Chronik

Update: 25.02.2016, 09:17 Uhr

Konsumentenschutz

Problematische Diäten




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Von WZ Online, APA

  • "Konsument" testete vier Diäten.

Wien. Jedes Jahr nimmt das Verbraucherschutzmagazin "Konsument" in der Fastenzeit Diäten unter die Lupe. Heuer konnte so gut wie keine überzeugen. Nur eines von vier Schlankheitsprogrammen schaffte eine mittelmäßige Bewertung. Überzeugen konnte die Tester keine Diät.

Am besten schnitt noch das Programm "Shred" des Arztes Ian K. Smith ab, das als Diät-Wunder aus den USA gepriesen wird. Sechs Wochen lang werden kleine Mischkost-Mahlzeiten über den Tag verteilt gegessen: drei Hauptmahlzeiten, ein Imbiss und drei bis vier Snacks. Häufig gibt es Obst und Gemüse als Snack, täglich wird ein Proteinshake getrunken. Bei "Shred" wird vor allem viel Sport gemacht, mindestens 45 Minuten pro Tag.

Zu aufwendig

Für die Tester von "Konsument" war die Zubereitung von sieben bis acht Mahlzeiten zu aufwendig. Auch der tägliche Sport war ihnen zu zeitintensiv. Zudem würden die Rezepte zu viele gesättigte Fettsäuren und zu viel Zucker enthalten, meinten die Tester und bewerteten das Programm als mittelmäßig.

Noch schlechter wurde "Die 90-Tage Diät" bewertet, bei der die Grundlage vier spezifische Ernährungstage bilden, die sich ständig wiederholen: ein Proteintag, zwei Kohlenhydrattage und ein Vitamintag, an dem nur Obst und Gemüse gegessen werden darf. Jeder 29. Tag ist eine Wassertrinktag. Milch, Zucker und Alkohol sind nicht erlaubt. Für die Tester liefert der Wochenspeiseplan zu wenig Energie, meist nur 1.090 Kalorien durchschnittlich. "Kurios finden wir, dass an machen Tagen die Kost sehr karg, an den anderen ganz schön üppig ist", schreibt der "Konsument".

"Zum Vergessen" seien die Programme "SOS Schlank ohne Sport" sowie "Die hCG-Diät". Erstere ist eine Anlehnung an die Blutgruppen-Diät, wonach sich die Ernährung eines Menschen nach seiner Blutgruppe richtet. Autorin Katharina Bachmann ergänzt das Wissen noch mit Ratschlägen eines indischen Arztes. Genauere Angaben für die Diät sind nach Angaben der Tester nicht enthalten, viel mehr werde eine Woche lang einmal "entgiftet". "Anders als der Titel erwarten lässt, ist 'SOS Schlank ohne Sport' kein Diät-Ratgeber, eher ein Buch über tropische Früchte", wertete der "Konsument".

Ähnlich schlecht schnitt "Die hCG-Diät" ab, die besonders bei Hollywood-Promis recht beliebt ist. Das Programm basiert auf wenig Essen sowie Injektionen mit hCG, einem Schwangerschaftshormon. Es soll bewirken, dass der Körper so wie der einer schwangeren Frau im Fall von Nahrungsknappheit auf Fettdepots zurückgreift und sie abbaut. Die Heilpraktikerin und Buchautorin Anne Hild setzt bei ihrem Programm jedoch nicht auf Spritzen, sondern auf homöopathische hCG-Tropfen, die sogar online erhältlich sind.

Ab sofort sind nur noch zwei Mahlzeiten mit maximal 500 Kalorien am Speiseplan von einer Dauer von 21 Tagen. Über den Tag verteilt muss man die Tropfen einnehmen. "Konsument" bezeichnete die Diät als "Abnehmprogramm mit einer viel zu geringen Kalorienzufuhr". Zudem gebe es für die hCG-Tropfen keine wissenschaftlichen Belege. In dem Buch finden sich laut den Testern auch etliche Falschaussagen und absurde Tipps. So sollen während der Diät fetthaltige Kosmetika, die dem Körper über die Haut Fett zuführen könnten, vermieden werden.





Schlagwörter

Konsumentenschutz, Diät, Fasten

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2016-02-25 09:12:21
Letzte nderung am 2016-02-25 09:17:15



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