• vom 21.02.2017, 23:01 Uhr

Chronik

Update: 21.02.2017, 23:21 Uhr

Hausbau

Ökologischer muss nicht teurer sein




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Von Mathias Ziegler

  • Das ideale Haus ist aus Stroh und Holz und kommt ohne Beton, Ziegel und Styropordämmung aus, sagt die Wiener Bauphysikerin Azra Korjenic.

Esmuss nicht immer Styropor sein. Auch  Stroh ist ein hervorragender Dämmstoff –  und noch dazu viel ökologischer. - © Unser Strohhaus Bau GmbH

Esmuss nicht immer Styropor sein. Auch  Stroh ist ein hervorragender Dämmstoff –  und noch dazu viel ökologischer. © Unser Strohhaus Bau GmbH

Ihr ideales Hauswürde Bauphysikerin  Azra Korjenic ausStroh errichten, die Wände wären innen und außen begrünt. AuchPhotovoltaik-Paneele wären integriert.

Ihr ideales Hauswürde Bauphysikerin  Azra Korjenic ausStroh errichten, die Wände wären innen und außen begrünt. AuchPhotovoltaik-Paneele wären integriert.

© www.kardea.at, TU Wien

Ihr ideales Hauswürde Bauphysikerin  Azra Korjenic ausStroh errichten, die Wände wären innen und außen begrünt. AuchPhotovoltaik-Paneele wären integriert.

© www.kardea.at, TU Wien

Thermische Sanierungen zahlen sich aus, hat jüngst die Österreichische Energieagentur festgestellt: Bei Gebäuden, deren Fassade nachträglich gedämmt wird, sinken die Energiekosten um durchschnittlich 44 Prozent, der CO2-Ausstoß um durchschnittlich 46 Prozent. Energieeffizient zu bauen und Neubauten ordentlich zu dämmen, bringt also etwas für die Geldbörse. Auf die Spitze getrieben wurde es in den vergangenen zwei Jahrzehnten mit dem sogenannten Passivhaus, das ganz ohne Heizung auskommen soll. Allerdings ist der Passivhausstandard mittlerweile auch schon überholt, meint Azra Korjenic, Professorin im Forschungsbereich für Bauphysik und Schallschutz an der Technischen Universität Wien: "Heute wird viel mehr berücksichtigt als bloß der Heizwärmebedarf, der Energieverbrauch oder die Dichtheit der Gebäudehülle, wie es beim Passivhausstandard der Fall ist."

Inzwischen geht es mehr um eine ganzheitliche Betrachtung, sagt die Bauphysikerin, die zu ökologischen Baustoffen forscht und im Jahr 2013 mit dem Umweltpreis der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik und im Jahr 2015 mit dem Energy Globe ausgezeichnet wurde. "Man schaut sich alles genau an, und wenn man in einem Bereich besser ist, darf man in einem anderen auch ein bisschen schlechter sein. Und man schaut sich auch den Gesamtenergiebedarf jedes eingebauten Baustoffes an, von der Produktion bis zum Recycling. Dieser Ansatz war beim Passivhausstandard noch gar nicht enthalten, da hat man bloß den Energiebedarf im Gebäude berechnet und jenen der Baustoffe mehr oder weniger außer Acht gelassen. Aber nur einen Teil anzuschauen, bringt wenig. Man muss auch bedenken, dass ökologische Materialien, die beim gesunden Wohnen eine Rolle spielen, in der Regel auch bei der Produktion nachhaltiger sind und die Umwelt weniger belasten."

Das Passivhaus ist also längst nicht mehr das Maß aller Dinge. "Wenn man nur diese Anforderungen erfüllt, dann ist man eigentlich unter dem heutigen Niveau", sagt Korjenic. Sie glaubt aber daran, dass sich das Passivhaus als Marke noch länger halten wird. "Es muss sich freilich dem Stand der Technik anpassen. Gesundes Wohnen wird ein immer wichtigeres Thema. Und beim ökologischen Bauen passt zum Beispiel Styropor, mit dem Passivhäuser oft gedämmt werden, einfach nicht hinein. Dämmung ist aber ganz wichtig, um Energie einzusparen – nur wird leider häufig mit den falschen Materialien gedämmt. Es gibt auf jeden Fall bessere Möglichkeiten, gesundes Wohnen und niedrigen Energieverbrauch umweltschonend zu verbinden. Freilich, Styropor ist halt am billigsten."


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Copyright © Wiener Zeitung Online 2017
Dokument erstellt am 2017-02-21 23:08:04
Letzte nderung am 2017-02-21 23:21:14



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