• vom 21.04.2017, 12:52 Uhr

Chronik

Update: 21.04.2017, 14:37 Uhr

Wintereinbruch

Frost setzt Obst schwer zu




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Von WZ Online, APA

  • Der Gesamtschaden in der Steiermark, in Kärnten und im Südburgenland wird auf 50 Millionen Euro geschätzt.

Vereiste Kirschbäume in Kematen, Tirol. - © APA, ZEITUNGSFOTO.AT

Vereiste Kirschbäume in Kematen, Tirol. © APA, ZEITUNGSFOTO.AT

Wien. Die Minustemperaturen in den frühen Morgenstunden am Freitag haben in der Steiermark, Kärnten und im Südburgenland zu schweren Frostschäden in der Landwirtschaft geführt. Punktuell kam es auch zu Schäden in Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg. Die Hagelversicherung schätzt nach ersten Erhebungen den Gesamtschaden auf über 50 Millionen Euro.

"Vom Frost schwer beschädigt wurden vor allem Obst- und Weinkulturen, aber auch Spezialkulturen wie Baumschulen und Spargel. Betroffen sind insgesamt mehr als 12.000 Hektar", berichtete Hagelversicherungs-Chef Kurt Weinberger.

Information

Auch am Freitag in Niederösterreich noch Straßensperren aufrecht gewesen. Wegen Lawinengefahr nicht passierbar waren laut Landespressedienst die B20 (Türnitz - Annaberg), die L6174 von Lunz bis zur B71 und die B71 über den Zellerrain. Kettenpflicht für Kfz ab 3,5 Tonnen bestand auf der B20 über Josefsberg und Annaberg und auf der B 21 über den Ochsattel.

Die Temperaturen sanken Freitagfrüh in den landwirtschaftlichen Gegenden auf bis zu minus sechs Grad Celsius. Das volle Schadensausmaß kann laut Hagelversicherung aber erst in einigen Tagen genau festgestellt werden. Durch den Klimawandel beginnt die Vegetationsperiode zunehmend früher und junge Triebe und Pflanzen sind dann bei Spätfrost besonders gefährdet. Der Vegetationsbeginn startete heuer in Österreich durch den sehr warmen März mit Rekordtemperaturen um durchschnittlich 14 Tage früher.

 Einige Frostrekorde für diese Zeit im Jahr

 Zwar kommt flächendeckender Frost in der zweiten Aprilhälfte etwa alle fünf Jahre vor, doch heuer fiel die Quecksilbersäule ungewöhnlich tief. Mit minus 5,5 am Grazer sowie minus 4,4 am Innsbrucker Flughafen verzeichnete die ZAMG in der Nacht auf Freitag zwei neue Frostrekorde. Das dürfte es aber auch schon gewesen sein mit den Temperaturen unter Null Grad, die es nur mehr vereinzelt geben wird.

Viel besser wird es am Wochenende dennoch nicht: Sonne und Wolken werden sich abwechseln, stellenweise ziehen Schauer durch, besonders an der Nordseite der Alpen. Immerhin sind - von Nord nach Süd - acht bis 17 Grad zu erwarten.

Kühlere Temperaturen dürften den Teilnehmern des Vienna City Marathons am Sonntag ganz recht sein. Beim Lauf werden höchstens noch kurze Schauer durchziehen, zeitweise kommt die Sonne hervor. Die Temperaturen liegen beim Start bei etwa sieben Grad und zur Zeit der Zieleinläufe bei elf. Es weht zudem lebhafter Wind aus West bis Nordwest.

Minus 14,5 Grad in Lech am Arlberg

An etwa 240 von insgesamt 270 Wetterstationen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sind in der Nacht auf Freitag Minusgrade gemessen worden. Kältepol der bewohnten Orte war Lech am Arlberg mit minus 14,5 Grad. Der kälteste Ort unterhalb von 1.000 Metern Seehöhe war Ehrwald in Tirol mit minus 11,9. Auch im Flachland Ostösterreichs wurde es stellenweise frostig, in Eisenstadt mit minus 0,9 Grad und an der Wetterstation Wien Mariabrunn mit minus 1,9.

Später flächendeckender Frost sei nicht allzu selten, so ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik: "Da das Klima aber insgesamt wärmer wird, treiben die Pflanzen früher aus und sind empfindlicher gegen derartige Frosteinbrüche. Heuer hatten wir eben einen sehr milden Februar und den wärmsten März der Messgeschichte, wodurch Austrieb und Blüte um ein bis zwei Wochen früher eintraten."

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Dokument erstellt am 2017-04-21 12:53:29
Letzte nderung am 2017-04-21 14:37:05





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