• vom 22.04.2017, 08:00 Uhr

Chronik

Update: 22.04.2017, 09:53 Uhr

Babyboom

Die neuen Babyboomer




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Von Petra Tempfer

  • Österreichweit steigt die Zahl der Geburten an. Das ist vor allem dem Aufholeffekt der später Gebärenden geschuldet.

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Wien. Die Babyboomer nach dem Zweiten Weltkrieg gab es auf beiden Seiten: Sowohl in den Gewinner- als auch in den Verliererstaaten wurde eine Generation geboren, die in eine Zeit steigender Geburtenraten hineinfiel. In den USA dauerte der Babyboom von Mitte der 1940er bis Mitte der 1960er Jahre an, in Westdeutschland begann er zehn Jahre später, wurde aber ebenfalls Mitte der 1960er durch die Verbreitung der Antibabypille beendet. Danach ging die Geburtenrate zurück, in Europa ist sie bis heute auf einem niedrigen Niveau.

Damit die Bevölkerung ohne Zu- und Abwanderung konstant bleibt, ist eine Gesamtfruchtbarkeitsrate von 2,1 Lebendgeburten pro Frau nötig. Die USA sind das einzige größere Industrieland, das diese Rate erreicht. In den Entwicklungs- und Schwellenländern werden mit 2,8 weniger als halb so viele Kinder geboren wie noch in den 1960ern. Die Weltbevölkerung wächst dennoch.


Innerhalb der EU verzeichnete zuletzt Frankreich mit durchschnittlich 1,96 Kindern die höchste Geburtenrate - und auch in Österreich hat sich dieser Wert seit 2001 um 0,16 Prozent auf 1,49 erhöht und ist damit wieder so hoch wie vor 20 Jahren. Die Zahl der Lebendgeborenen steigt hier seit 2011 an. 2016 lag sie laut Statistik Austria bei 88.026, das waren um mehr als vier Prozent mehr als 2015. Dadurch fiel die Geburtenbilanz positiv aus: Es kamen um 8086 mehr Menschen auf die Welt, als starben.

In Wien gibt es derzeit sogar einen regelrechten Babyboom. Im ersten Quartal dieses Jahres kamen in den sieben Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV) mit einer gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung inklusive AKH um rund 250 Babys mehr zur Welt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Konkret wurden laut KAV 3378 Geburten verzeichnet. Im ersten Quartal 2016 waren es 3126. Insgesamt kamen 2016 in diesen Spitälern rund 13.500 Babys zur Welt, das waren um 6,34 Prozent mehr als 2015. Im Jahr 2011 waren es 11.910.

Die Angst vor Terror hat wenig Einfluss auf den Kinderwunsch
Mit der Zahl der Zuwanderer oder einer gewissen Endzeitstimmung durch Angst vor Terror habe das aber wenig zu tun, sagen die Soziologen Norbert Neuwirth vom Institut für Familienforschung und Ulrike Zartler vom Institut für Soziologie an der Universität Wien. Die Zusammensetzung der Bevölkerung ändere sich zwar dahingehend, so Zartler, dass mehr Menschen aus einem Land mit einer höheren Geburtenrate zuziehen, dieser Effekt halte aber nicht lange an. Bereits die zweite Generation passe sich in dieser Hinsicht an das Land an, in dem es lebt. Auch die Terrorangst habe wenig Einfluss auf den individuellen Wunsch nach Reproduktion, sondern sei eher ein gesamtgesellschaftliches Phänomen.

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Dokument erstellt am 2017-04-21 16:21:05
Letzte Änderung am 2017-04-22 09:53:02



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