• vom 21.08.2017, 20:01 Uhr

Chronik


Gesundheit

Ärztemangel auf dem Land




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  • SPÖ und ÖVP setzen im Wahlkampf auf Aufwertung des Berufs.

Wien. (koss) Bis 2025 gehen 60 Prozent der ländlichen Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag in Pension. Die Opposition hatte in der Vergangenheit mehrfach beklagt, dass Reformvorschläge zur Stellung der Hausärzte ignoriert worden seien. Um dem drohenden Ärztemangel vorzubeugen, fordern ÖVP und SPÖ nun in ihren Wahlprogrammen Maßnahmen. Sie wollen den Standort und den Beruf attraktiver gestalten.

Im Mittelpunkt der Reformen steht der Hausarzt. Besonders hier sollen die Rahmenbedingungen für junge Ärzte verbessert werden. Während sich die ÖVP Landarztstipendien und Haushaltsverbände vorstellt, setzt die SPÖ auf mehr Praxis in der Ausbildung, flexiblere Verträge und Unterstützung bei Praxisgründungen.


Der Volkspartei schwebt ein "Landarzt-Stipendium" vor. So sollen Medizin-Studierende bereits während ihrer Studienzeit Fördergelder erhalten - wenn sie sich nach ihrem Abschluss zu einer Praxiszeit auf dem Land verpflichten. 50 Millionen Euro möchte die Volkspartei dafür bereitstellen.

Hausärzte sollen außerdem zukünftig mobiler sein und ein größeres Gebiet abdecken. Um sie zu entlasten, sei ein geschultes Pflegepersonal bereitzustellen. Dieses solle nach Voruntersuchungen entscheiden, ob ein Patient durch einen Allgemeinmediziner, einen Facharzt oder im Krankenhaus zu versorgen sei, heißt es im der APA vorliegenden Wahlprogramm der ÖVP.

Auch fortschreitende Technik soll zur Entlastung beitragen. Nach dem Vorbild Schwedens stelle sich die Volkspartei die Einrichtung von "Virtual Care Rooms" in besonders entlegenen Gebieten vor. Diese Versorgungsräume seien mit einfachen Testmöglichkeiten und einem Videokonferenz-System ausgestattet. Ein Arzt sei in diesem Fall nicht anwesend. Patienten sollen erste Untersuchungen an sich selbst durchführen und per Video mit einem zuständigen Arzt kommunizieren. Auf diese Weise sollen zeitaufwendige Anfahrten gespart werden.

Zufriedenheit von
Ärzten und Patienten

SPÖ-Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner fordert ebenfalls eine technische Weiterentwicklung des Arztberufes, um Hürden abzubauen. Sie will eine Digitalisierungsoffensive. Diese soll unter anderem durch die Einführung von E-Medikation oder eines elektronischen Impfpasses erfolgen. So werde mehr Service für die Praxen sichergestellt.

Ein weiterer Punkt sei eine verstärkte Unterstützung bei der Praxisgründung durch die Schaffung von Übergangspraxen aus der öffentlichen Hand. So solle der Einstieg in den Beruf erleichtert und eine Arbeitsteilzeit vor der Pension ermöglicht werden.

In der Ausbildung setzt Rendi-Wagner auf erhöhte Praxiserfahrung. Dazu gehöre ein stärkerer Fokus auf soziale und kommunikative Kompetenzen im Eingangstest, ein Ausbau der Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen öffentlichen Universitäten, ein verstärkter Fokus auf Praktika und eine eingehende Evaluierung der Ausbildung.

Beide Parteien wollen sich zudem für die Zufriedenheit im Gesundheitssystem einsetzen. Der SPÖ geht es hier besonders um die Befriedung der Hausärzte durch Maßnahmen wie faire Abgeltungen und neue Arbeitszeitmodelle. Der ÖVP ist indes die Steigerung des Wohlbefindens der Patienten wichtig. Dazu sollen verkürzte Wartezeiten sowie verstärkte Transparenz und Effizienz führen. Details zu diesen Plänen werden aber noch keine genannt.




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Dokument erstellt am 2017-08-21 17:39:03



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